Letztes Update am Di, 05.11.2019 16:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landtagswahl 2019

Schwarz-Grün im Ländle will „neue Kultur der Zusammenarbeit“ leben

Die neuerliche schwarz-grüne Regierung in Vorarlberg hat am Mittwoch das in den vergangenen zwei Wochen erstellte Arbeitsprogramm 2019-2024 vorgestellt.

Die Teams von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Grünen-Spitzenkandidat Johannes Rauch verhandeln wieder.

© APADie Teams von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Grünen-Spitzenkandidat Johannes Rauch verhandeln wieder.



Bregenz – Die neuerlich schwarz-grüne Vorarlberger Landesregierung hat am Mittwoch das in den vergangenen zwei Wochen erstellte Arbeitsprogramm 2019-2024 vorgestellt. Unter dem Motto „Unser Vorarlberg – chancenreich und nachhaltig“ wurden acht Kapitel ausgearbeitet, im Mittelpunkt soll auch eine „neue Kultur der Zusammenarbeit“ stehen. Als Vorbild für den Bund könne das Programm nur bedingt dienen, hieß es.

Die Presseinformation von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Grünen-Chef Johannes Rauch startete mit rund 20-minütiger Verspätung, weil sich das 90 Seiten starke Programm noch im Druck befand. In ihren Einleitungsworten betonten Wallner und Rauch speziell das Bemühen um Zusammenarbeit. „Schwarz-Grün II kann nicht eine reine Fortsetzung der bisherigen Arbeit bedeuten, wir wollen wesentlich stärker als bisher ressortübergreifend zusammenarbeiten“, erklärte Wallner. Die Herausforderungen der nächsten Jahre könnten nur gemeinsam bewältigt werden, stellten die beiden Parteichefs fest - und wiesen auch auf die Notwendigkeit des Dialogs mit den Bürgern hin.

In den acht definierten Projektfeldern versuchten die Verhandler die großen anstehenden Herausforderungen und die Antworten des Landes darauf abzubilden. Als „ungewöhnlicher Einstieg“ (Wallner) wurde dabei das im Markenbildungsprozess des Landes definierte Vorhaben gewählt, bis 2035 das „chancenreichste Land für Kinder“ zu werden.

Energieautonomie 2050

In Sachen Klimaschutz wurden Ziele wie die Energieautonomie 2050, eine 40-prozentige Reduktion der Treibhausgase bis 2030 (gegenüber 2005) oder auch eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien ebenfalls bis 2030 festgeschrieben. Dazu werde es nicht nur den Bau dreier zusätzlicher Wasserkraftwerke brauchen, sondern auch eine Photovoltaik-Offensive, so Wallner und Rauch. Mithilfe des landeseigenen Energieversorgers Illwerke/VKW gelte es 4.000 Flachdächer von Industrieunternehmen mit Photovoltaik-Infrastruktur zu bestücken. Zudem wird die Landesregierung jährlich einen Klimabilanz-Bericht vorlegen.

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Ein Strategiedialog „Wirtschaft & Umwelt“ soll hervorstreichen, „dass Wirtschaft, Umwelt und Klimaschutz keine Gegensätze sind“, so Rauch. Geplant ist, Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam eine Strategie für die Zukunft entwickeln zu lassen - auch um von den Diskussionen rund um jedes einzelne Projekt wegzukommen. Um leistbaren Wohnraum zu schaffen, wird die Wohnbau-Offensive fortgesetzt. Bis 2024 sollen 4.000 neue Wohnungen entstehen, ein Großteil davon basierend auf dem Modell „Wohnen500“ - das Warmmieten um die 500 Euro vorsieht.

In einer Standortoffensive stehen nicht nur der Ausbau der Infrastruktur oder die Fachkräfteausbildung im Mittelpunkt, sondern ganz generell die gesamte Bildungskarriere. Deshalb wurde alle diesbezüglichen Ressorts bei Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) zusammengefasst. Ebenfalls verschoben wurde der Fachbereich der Energie in die Agenda von Rauch, „damit Umwelt, Klimaschutz und Energie in einem betrachtet werden kann“, wie es Wallner formulierte.

„Bundesebene ist etwas anderes“

Als Blaupause für ein mögliches türkis-grünes Regierungsprogramm wollten Wallner und Rauch das Vorarlberger Arbeitsprogramm aber nicht sehen. „Die Bundesebene ist etwas anderes“, befanden Wallner und Rauch übereinstimmend. Beide empfahlen allerdings den Verhandlern in Wien, das Vorarlberger Regierungsprogramm zu lesen. „Es ist einiges enthalten, das Vorbildcharakter haben kann“, stellte der Landeshauptmann fest. (APA)


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