Letztes Update am Fr, 14.03.2014 18:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innenpolitik

Oberösterreich will im Alleingang an PISA teilnehmen

„Die vom Bundesministerium beschlossene Aussetzung trage ich nicht mit - OÖ will PISA durchführen“, so Bildungs-Landesrätin Doris Hummer. Das Bildungsministerium bremst jedoch das Land Oberösterreich aus.

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Wien/Linz - Das Land Oberösterreich will im Alleingang an der kommenden PISA-Studie teilnehmen. „Die lückenlose Teilnahme an internationalen Vergleichsstudien ist für eine konsequente Schulentwicklung notwendig. Die vom Bundesministerium beschlossene Aussetzung trage ich nicht mit - OÖ will PISA durchführen“, so Bildungs-Landesrätin Doris Hummer (ÖVP) in einer Aussendung.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hatte die Teilnahme Österreichs an allen Bildungstests der kommenden Monate gestoppt, da beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), das die Erhebungen durchführt, die Datensicherheit nicht gewährleistet sei. Auf einem rumänischen Testserver einer Bifie-Partnerfirma waren im Vormonat ungeschützte Ergebnisse von informellen Schülertests aus den Jahren 2011 und 2012 aufgetaucht. Die Uni Salzburg hatte daraufhin angeboten, unter Leitung von Ex-Bifie-Chef Günter Haider selbst die PISA-Feldtests durchzuführen und auf ihrem eigenen Computersystem zu speichern.

Derzeit würden Gespräche mit Haider laufen, wie die Feldtestungen - diese sind Voraussetzung für die 2015 stattfindende Haupterhebung - in OÖ abgewickelt werden können, hieß es weiter. Es wäre eine Vergeudung von Ressourcen, wenn die bereits ausgedruckten Testungsbögen nicht verwendet würden. Für Hummer ist „die Sache klar“: „Wenn es im Bifie derzeit keine 100-prozentige Datensicherheit gibt, dann ist die nächste PISA-Studie eben auf einem anderen Weg durchzuführen. Entscheidend ist, dass wir bei PISA dabei sind, nicht wer es macht!“

Im Regelfall nehmen an der von der OECD organisierten PISA-Studie nur Staaten teil. Zuletzt waren mit Shanghai, Hongkong und Macao aber auch chinesische Provinzen bzw. Verwaltungszonen dabei.

Bildungsministerium bremst Oberösterreich aus

„Nach unserer Rechtsauffassung ist die Teilnahme eines Bundeslandes bei PISA nicht möglich“, hieß es laut „Presse“ (Samstag-Ausgabe) am Freitag im Ressort Gabriele Heinisch-Hoseks (SPÖ). Denn zum Einen sei die Bundesregierung Vertragspartner der OECD, die für die PISA-Studie verantwortlich ist. Andererseits könne ein Bundesland die Schüler nicht zur Teilnahme am Test verpflichten; die Kompetenz dazu liege beim Bund.

Damit ist die grundsätzliche Zustimmung der OECD zum PISA-Alleingang Oberösterreichs wohl hinfällig. Aus deren Sicht wäre dies nur mit Zustimmung der Regierung möglich. „Technisch“ wäre es möglich, nur in einem Bundesland zu testen, sagte PISA-Macher Andreas Schleicher zur „Presse“, jedoch: „Wenn die österreichische Regierung Einwände hat, würden wir es aber nicht unterstützen.“

ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) kommentiert Heinisch-Hoseks PISA-Absage in der „Presse“ kritisch. Sie finde es „sehr schade, dass man alle Tests abrupt auf null stellt“. Sie hoffe, dass es doch noch zu einer bundesweiten Lösung kommt - und schlägt vor, dass Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) versuchen sollte, mit der OECD eine Verschiebung der PISA-Vortests auszuverhandeln. (APA)