Letztes Update am Mi, 20.08.2014 16:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Islamischer Staat“

Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich verurteilt IS-Terror

IS habe „nicht das geringste Recht, Muslime vertreten zu wollen“, hieß in einer Aussendung der IGGiÖ.

© REUTERSEine Demonstration gegen den IS-Terror in Deutschland.



Wien/Erbil – „In tiefer Erschütterung verurteilen wir als Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) IS zum wiederholten Male.“ Das teilte die IGGiÖ in einer Aussendung vom Mittwoch mit. Um das Entsezten, das von der jihadistischen Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) verursacht würd, fehlten die Worte.

IS habe „nicht das geringste Recht, Muslime vertreten zu wollen“, hieß es weiter. „So wie sie sich aufführen, pervertieren sie unsere Religion. Sämtliche Werte des Islams von der Achtung der Menschenwürde bis zum Schutz für religiöse und ethnische Minderheiten werden von ihnen mit Füßen getreten. Ihnen muss klar vermittelt werden, dass Muslime sie global dermaßen heftig ablehnen, dass jegliches Eintreten in einen theologischen Diskurs ausgeschlossen ist. Sie sind Verbrecher“, urteilte die IGGiÖ.

Die Islamische Gemeinschaft appelliere an die Öffentlichkeit, „diese klare Haltung der schärfsten Verurteilung von IS seitens der Muslime wahrzunehmen“. In den Augen der IGGiÖ wäre es „fatal, wenn die Politik des Terrors und Schreckens eine Entfremdung zwischen Muslimen und Andersgläubigen zur Folge hätte“.

Den Menschen, die „unter der Barbara von IS leiden“, drücke die IGGiÖ ihr Mitgefühl aus. Demgegenüber erinnerte sie auch daran, dass die jihadistische Gruppierungen „nicht über Nacht so stark“ wurde. „Sie konnten sich in Syrien von der Weltöffentlichkeit völlig ungestört ausbreiten, auch weil das dortige Regime ein Interesse daran hat, diesen Terrorismus zu fördern“, hieß es. Dutzende Extremisten seien vom syrischen Präsidenten Bashar al-Assad eigens dazu aus den Gefängnissen entlassen worden.

Die journalistische Arbeit des US-Journalisten James Foley würdigte die IGGiÖ und betonte die wichtige Arbeit von unabhängigen Medien in der Krisenregion. „Er wie allen seinen Kolleginnen und Kollegen, die unter Gefährdung ihres Lebens ihre Arbeit tun, um gerade angesichts von Propagandaschlachten in Krisenregionen ein möglichst reales Bild der dortigen Lebenswirklichkeit zu vermitteln, ist die vollste Solidarität auszusprechen.“ (APA)