Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.11.2014


SPÖ-Parteitag

Faymann verspürt vor der Wiederwahl Gegenwind

Obwohl in den Umfragen die SPÖ nur noch auf dem dritten Platz liegt, wollen die Genossen am Parteitag Geschlossenheit demonstrieren.

© APA/SchlagerBundeskanzler Werner Faymann.



Wien – Bereits zum Auftakt des zweitägigen Parteitages steht die Wiederwahl Werner Faymanns auf der Tagesordnung. Nach dem blamablen Ergebnis vor zwei Jahren (mit 83 Prozent) wird dieses Mal ein besseres Ergebnis erwartet. Alles andere würde nicht nur eine Überraschung sein, sondern auch den Abgesang Faymanns als Parteivorsitzenden und in Folge auch als Kanzler einläuten.

Die Anspannung in der Partei ist groß. Doch kaum ein Wort wird dieser Tage unter den Genossen so betont wie jenes der Geschlossenheit. Ob man den Kanzler schätzt oder nicht, er soll gewählt werden.

Allerdings ist nicht nur der Parteichef heute vor Beginn des Parteitages nervös. Auch die Umfragen sorgen für einen kalten Wind rund um die Wiener Messe, den Ort des Parteitages. Die aktuellen Umfragen im Vorfeld des Parteitages sorgen für ein Stimmungstief: Peter Hajek und Market sehen die Kanzlerpartei augenblicklich nur noch auf Platz drei. Hajek und OGM reihen die ÖVP auf den ersten Platz, Market sieht die FPÖ vorne. Der dritte Platz, wenn auch nur in Umfragen, ist eine neue Dimension für die SPÖ, die seit den 70er-Jahren (mit Ausnahme 2002) immerzu stimmenstärkste Partei war.

Dass das Match für Werner Faymann mit der ÖVP durch deren Obmannwechsel härter wurde, belegen auch die Kanzlerumfragen: Da liegt bei allen Instituten Reinhold Mitterlehner vorne.

Die Sozialdemokraten erhoffen sich am Parteitag eine Kehrtwende. Denn im kommenden Jahr stehen vier richtungsweisende Landtagswahlen auf dem Programm. Vor allem für die SPÖ. Denn in der Steiermark, in Wien und im Burgenland stellt sie jeweils den Landeshauptmann – und in Oberösterreich versucht sie, nach dem Absturz bei der letzten Wahl Boden gutzumachen. (misp)


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