Letztes Update am Do, 30.07.2015 16:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Afghanistan

Taliban bestätigten Tod von langjährigem Anführer Mullah Omar

Laut einem BBC-Bericht vom Mittwoch erklärte die afghanische Regierung Taliban-Chef Mullah Omar für tot. Er sei bereits vor zwei oder drei Jahren gestorben. Die Taliban bestätigten am Donnerstag den Tod ihres ehemaligen Anführers.

Eines der wenigen Bilder von Mullah Omar.

© unbekanntEines der wenigen Bilder von Mullah Omar.



Kabul – Der Anführer der afghanischen Taliban ist tot, berichtete die britische BBC am Mittwoch unter Berufung auf afghanische Regierungsbeamte. In der Vergangenheit hat es bereits mehrmals Meldungen über den Tod Mullah Omars gegeben. Die afghanischen Taliban bestätigten am Donnerstag jedoch den Tod „durch Krankheit“ ihres Chefs. Das teilte die islamistische Gruppierung am Donnerstag mit, ohne aber Details zum Zeitpunkt des Todes oder zu einem möglichen Nachfolger Omars zu nennen.

Mullah Omar sei vor zwei Jahren in Pakistan gestorben, sagte ein afghanischer Regierungsvertreter bereits am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben die Bestätigung von den pakistanischen Behörden und Taliban-Quellen, dass er vor zwei Jahren an einer Krankheit in Pakistan gestorben ist“, sagte der Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Seit 2001 nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen

Mullah Omar wurde seit dem Sturz der Taliban im Herbst 2001 im Zuge des US-geführten Einmarschs in Afghanistan in der Öffentlichkeit nicht mehr gesehen. Die USA haben auf seinen Kopf eine Prämie von zehn Millionen Dollar (9,1 Millionen Euro) ausgesetzt. Der Aufenthaltsort des Rebellenführers, der sich während der Herrschaft der Taliban als Amir ul Momenin („Fürst der Gläubigen“) bezeichnete, war nicht bekannt. Es wurde jedoch vermutet, dass er die afghanischen Aufständischen von einem Versteck in Pakistan aus steuerte.

Noch Mitte Juli hatte es Agenturmeldungen gegeben, laut denen Mullah Omar in einer Botschaft kurz vor dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan erste direkte Kontakte zwischen Taliban-Vertretern und der afghanischen Regierung begrüßt haben soll. Die Gespräche seien „legitim“, wenn sie „das Ende der Besatzung Afghanistans“ zum Ziel hätten, habe der abgetauchte Taliban-Chef erklärt. (tt.com, dpa/APA)