Letztes Update am Do, 30.07.2015 08:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Afghanistan

Taliban wollen von angeblichen Friedensgesprächen nichts wissen

Zum mutmaßlichen Tod ihres Anführers Mullah Omar äußerte sich die Gruppierung nicht.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Afghanistan wurden nach dem mutmaßlichen Tod von Mullah Omar verschärft.

© EPADie Sicherheitsvorkehrungen in Afghanistan wurden nach dem mutmaßlichen Tod von Mullah Omar verschärft.



Kabul – Die afghanischen Taliban haben Angaben zu in Kürze bevorstehenden Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul zurückgewiesen. Die Taliban seien sich „eines solchen Prozesses“ nicht bewusst, teilte die radikalislamische Gruppierung am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit.

Es war die erste öffentliche Äußerung der Taliban, seit die afghanische Regierung am Mittwoch den Tod von Taliban-Chef Mullah Omar verkündet hatte. Zum mutmaßlichen Tod Omars äußerte sich die Gruppe nicht.

Seit dem Sturz der Taliban 2001 durch eine Offensive unter US-Führung wurde Omar nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Der afghanischen Regierung zufolge ist der 1960 geborene Omar bereits seit mehr als zwei Jahren tot. Er starb demnach im April 2013 in einem Krankenhaus im pakistanischen Karachi. Die genauen Umstände waren unklar, Omar soll aber einer Krankheit erlegen sein.

Die Taliban bestätigten das Ableben ihres Anführers bisher nicht offiziell. In der Vergangenheit waren immer wieder Botschaften aufgetaucht, die Omar zugeschrieben wurden – auch nach 2013.

Es war bereits befürchtet worden, dass die Nachricht vom Ableben des Extremisten die bereits vor einigen Wochen begonnenen Friedensgespräche zwischen den Taliban und Kabul beeinflussen könnten. Ein zweite Verhandlungsrunde sollte eigentlich am Freitag beginnen. Das Schweigen Omars hatte zuletzt auch zur Folge, dass ein Teil der Taliban-Kämpfer zu der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) überlief. (APA/AFP)