Letztes Update am Mo, 07.12.2015 22:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bürgerkrieg

26 Zivilisten bei Angriffen im Nordosten Syriens getötet

Ein Reporter von Al-Jazeera starb bei Einsatz im zentralen Homs.



Beirut – Bei Luftangriffen im Nordosten von Syrien sind nach Angaben von Aktivisten am Montag mindestens 26 Zivilisten getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurde das Dorf Al-Chan in der Provinz Hassaka getroffen, das von der Jihadistenmiliz IS (Daesh) kontrolliert wird. Da sich die IS-Kämpfer aber außerhalb der Ortschaft aufhielten, seien alle Todesopfer der Angriffe Zivilisten gewesen, erklärte die Beobachtungsstelle.

Den Angaben zufolge waren unter den Opfern auch sieben Kinder. Außerdem wurden demnach noch 17 Menschen vermisst, weshalb die Zahl der Toten noch steigen könnte. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar. Die der syrischen Opposition nahestehende Organisation bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk vor Ort.

Das angegriffene Dorf liegt in der Nähe der Ortschaft Al-Hol, die kurdische und arabische Rebellengruppen im November vom IS zurückerobert hatten. Dabei waren sie von der US-geführten Militärallianz unterstützt worden, die in Syrien Einsätze gegen IS-Stellungen fliegt. Ob für den nun erfolgten Angriff die internationale Koalition verantwortlich war, blieb zunächst offen.

Unterdessen vermeldete der katarische Sender Al-Jazeera den Tod eines Kameramannes, der über den Bürgerkrieg in Syrien berichtet hatte. Sakaria Ibrahim wurde demnach vor einigen Tagen in Homs im Zentrum von Syrien bei Granatenangriffen verwundet und erlag später seinen Verletzungen. Einige von Ibrahims Kollegen bestätigten in sozialen Netzwerken den Tod des Kameramanns. (APA/AFP)