Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kampf gegen IS

Deutsche Tornados heben am Donnerstag Richtung Syrien ab

Die ersten beiden Aufklärungsjets fliegen auf eine Luftwaffenbasis in der Türkei. Mit dabei ist auch ein Vorkommando, dem rund 40 Soldaten angehören.

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© DPA



Berlin - Um den Kampf gegen die Terrororganisation IS (Daesh) zu unterstützen, starten an diesem Donnerstag die ersten „Tornado“-Aufklärungsjets aus Deutschland in Richtung Syrien. Die beiden Flugzeuge brechen vom schleswig-holsteinischen Jagel aus zu ihrem Syrien-Einsatz in Richtung Türkei auf. Mit dabei ist auch ein Vorkommando, dem knapp 40 Soldaten angehören.

Aufklärungsflüge erst ab Jänner

Der Deutsche Bundestag hatte am Freitag die Entsendung von maximal 1.200 Soldaten beschlossen. Außerdem soll am Donnerstag von Köln-Wahn aus ein Tankflugzeug starten. Die Treibstoffversorgung in der Luft ermöglicht den Piloten längere Angriffsoperationen. Die eigentlichen Aufklärungsflüge selbst sind erst von Jänner an geplant. Insgesamt sollen sechs deutsche „Tornados“ zum Einsatz kommen.

Der Einsatz in Syrien gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der deutschen Bundeswehr. „Der Einsatz ist sicherlich gefährlich“, sagte Geschwader-Kommodore Michael Krah im Vorfeld des Starts. Der deutsche Beitrag bringe der Koalition gegen den IS aber einen Mehrwert. Denn: „Aufklärung kann man nicht genug haben.“

Fregatte „Augsburg“ schließt sich Mission an

Zum deutschen Beitrag gehört auch die Fregatte „Augsburg“. Sie hat sich einem multinationalen Verband des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ angeschlossen. Zusammen mit Kriegsschiffen aus Großbritannien, Belgien und Frankreich soll sie den Flugzeugträger bei seinem Einsatz gegen den IS schützen.

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Putin telefonierte mit Cameron zu Syrien-Mission

Am Mittwoch telefonierten Russlands Präsident Wladimir Putin und der britische Premier David Cameron über die Lage in Syrien. Sie sprachen demnach darüber, wie ihre Sicherheitsbehörden enger kooperieren könnten. Großbritannien fliegt seit der Zustimmung des Parlaments vergangene Woche Luftangriffe in Syrien, Russland seit Ende September.

Putin lud britische Spezialisten ein, sich an der Auswertung des Flugschreibers aus dem abgeschossenen Kampfjet Su-24 zu beteiligen. Das russische Flugzeug war am 24. November im syrischen Grenzgebiet von der türkischen Luftwaffe abgeschossen worden, weil es angeblich den Luftraum der Türkei verletzt hatte.

Kerry reist nach Russland

In den diplomatischen Bemühungen im Syrien-Konflikt wird US-Außenminister John Kerry kommende Woche Russland besuchen, wie er in Paris ankündigte. Ein Treffen mit Putin sei nicht ausgeschlossen, erklärte dessen Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Das genaue Datum wurde noch nicht genannt. (APA/dpa)