Letztes Update am Sa, 12.12.2015 13:37

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Opferzahl von US-Luftangriff auf Klinik in Kunduz auf 42 gestiegen

In älteren Schätzungen waren die Verantwortlichen von „mindestens 30 Toten“ ausgegangen.

Wachen stehen vor dem Krankenhaus in Kunduz, das in der Nacht auf Samstag von einer Bombe getroffen wurde.

© REUTERSWachen stehen vor dem Krankenhaus in Kunduz, das in der Nacht auf Samstag von einer Bombe getroffen wurde.



Kabul – Die Opferzahl des US-Luftangriffs auf ein Krankenhaus der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der nordafghanischen Stadt Kunduz ist auf 42 gestiegen. Das gab die Hilfsorganisation am Samstag bekannt.

Nach einer Überprüfung der Akten und der Angaben von Familien sowie dem Abgleich der Augenzeugenberichte von Mitarbeitern, Patienten und Angehörigen sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass bei dem Bombardement der Klinik am 3. Oktober 42 Menschen getötet worden seien, erklärte MSF. Bisher hatte sie die Opferzahl mit mindestens 30 angegeben.

Den neuen Angaben zufolge wurden 24 Patienten, 14 MSF-Mitarbeiter und vier Pflegekräfte getötet. Der US-Luftangriff auf die Klinik war international scharf verurteilt worden. Das Bombardement hatte sich während einer afghanischen Militäroffensive ereignet, um Kunduz den Taliban zu entreißen, die die Provinzhauptstadt wenige Tage zuvor erobert hatten. Der US-Kommandant in Afghanistan, General John Campbell, räumte später ein, dass der Angriff die Folge „menschlicher Fehler“ gewesen sei. MSF spricht von einem Kriegsverbrechen. (APA/AFP)

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