Letztes Update am Do, 28.01.2016 15:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bürgerkriegsland

Massive Hungerkrise im Jemen: Mehr als 14 Millionen Betroffene

Lebensmittelunsicherheit und Mangelernährung hätten einen kritischen Punkt erreicht, warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO.

© AFPJunge Jemenitinnen betrachten eine Fotoausstellung, die die Zerstörung von Krankenhäusern durch die Saudi-Koalition zeigen soll.



Sanaa - Im von einem blutigen Bürgerkrieg zerrissenen Jemen ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Hunger bedroht. 14,4 Millionen Menschen litten derzeit unter Nahrungsmittelunsicherheit, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Donnerstag in Rom mit. Die Zahl der Betroffenen sei allein seit Juni vergangenen Jahres um zwölf Prozent gestiegen.

2,3 Millionen Menschen lebten als Vertriebene im eigenen Land - 400 Prozent mehr als noch im Jänner 2015. Lebensmittelunsicherheit und Mangelernährung hätten einen kritischen Punkt erreicht, warnte der FAO-Gesandte im Jemen, Salah Elhajj Hassan.

„Die Zahlen sind erschreckend“, erklärte FAO-Expertin Etienne Peterschmitt. Der Konflikt sei „eine vergessene Krise“, Millionen Menschen bräuchten im ganzen Land dringend Hilfe. Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Regierung um die Macht. Das Land gilt als ärmster Staat in der arabischen Welt. (APA/dpa)