Letztes Update am Di, 15.03.2016 08:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kampf gegen Terrormiliz

Pentagon: Ranghoher IS-Anführer Omar al-Shishani ist tot

Der Militärkommandeur der Terrormiliz habe bei einem Luftangriff tödliche Verletzungen erlitten.

Auf "Omar den Tschetschenen" hatte die USA ein Kopfgeld von 4,5 Mio. Dollar ausgesetzt.

© AFPAuf "Omar den Tschetschenen" hatte die USA ein Kopfgeld von 4,5 Mio. Dollar ausgesetzt.



Washington - Der ranghohe Militärkommandeur der Jihadistenmiliz IS (Daesh), Omar al-Shishani, ist nach Angaben der USA den bei einem Luftangriff in Syrien erlittenen Verletzungen erlegen. Dies teilte ein Sprecher des Pentagons am Montag mit. „Omar der Tschetschene“ war bei einem Angriff von der US-geführten Koalition gegen die Jihadisten vor einer Woche ins Visier genommen worden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien hatte am Sonntag erklärt, AL-Shishani liege in einem Krankenhaus im Osten der Provinz Raka und sei „klinisch tot“. Die Angaben der oppositionsnahen Organisation, die vor Ort über ein dichtes Netz von Informanten verfügt, sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Kommandeur des IS in Nordsyrien

Der für seinen dichten, rothaarigen Bart bekannte al-Shishani gilt als einer der führenden militärischen Verantwortlichen der IS-Miliz. Der bürgerliche Name des Georgiers lautet Tarchan Batirashwili. Die USA hatten auf ihn ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar (4,5 Millionen Euro) ausgesetzt.

Den US-Behörden zufolge war al-Shishani der führende Kommandant des IS in Nordsyrien. Ihm hätten auch tausend ausländische Kämpfer unterstanden. Die USA gehen außerdem davon aus, dass der Extremist ein Gefängnis nahe Raqqa beaufsichtigte, in dem mutmaßlich ausländische Geiseln festgehalten werden.

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US-Repräsentantenhaus wertet IS-Gräuel als Völkermord

Das US-Repräsentantenhaus hat die Verbrechen des IS in Syrien und im Irak indes als Völkermord eingestuft. Diesen Beschluss fasste das Repräsentantenhaus am Montag (Ortszeit) in Washington einstimmig.

In der nicht bindenden Resolution wird die Regierung von US-Präsident Barack Obama aufgefordert, Verbrechen gegen Christen, Jesiden und andere Minderheiten künftig „Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozid“ zu nennen.

Dafür setzten die Abgeordneten eine Frist bis zum Donnerstag. Ein Sprecher von US-Außenminister John Kerry sagte, der Minister werde sich „bald“ zu der Frage äußern.

Zugleich votierten die Abgeordneten mit 392 Stimmen bei drei Gegenstimmen für einen Antrag, in dem das Weiße Haus aufgefordert wird, sich beim UN-Sicherheitsrat für die umgehende Einsetzung eines Kriegsverbrechertribunals für Syrien einzusetzen. (APA/AFP)