Letztes Update am Mi, 26.10.2016 14:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrien

NATO besorgt über spanische Tankerlaubnis für Russen

Spanien will seine Entscheidung überdenken, russischen Kriegsschiffen das Auftanken in der Enklave Ceuta zu erlauben.

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© REUTERS(Symbolfoto)



Damaskus/Brüssel – Nach heftiger Kritik von NATO-Partnerländern will Spanien seine Entscheidung überdenken, mehreren russischen Kriegsschiffen das Auftanken in der Exklave Ceuta zu erlauben. Die Flotte soll die russischen Kriegseinsätze in Syrien unterstützen. Die NATO selbst betonte, sie überlasse die Entscheidung ihren Mitgliedern.

Darüber müsse „jede Nation entscheiden, dies ist seit vielen, vielen Jahren NATO-Politik“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel.

Die spanische Regierung steht offenbar unter Druck, den Zwischenstopp nicht zu erlauben. Sie erklärte, sie überprüfe die russische Anfrage. Die endgültige Entscheidung über die Erlaubnis zum Zwischenstopp in Ceuta solle im Laufe des Tages fallen, zitierte die Nachrichtenagentur EFE am Mittwoch das Außenministerium in Madrid.

Sorge um Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“

Stoltenberg bekräftigte die Sorge der NATO, dass der Flottenverband um den Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ als „Plattform für Angriffe“ in Syrien und insbesondere auf die Stadt Aleppo eingesetzt werden könnte. Alle NATO-Alliierten seien sich dessen bewusst. Andererseits sei es bisher auch gängige Praxis, dass russische Schiffe Besuche in Häfen von NATO-Staaten machten.

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Ein Sprecher der britischen Regierung hatte am Dienstagabend gegen den Stopp protestiert. Sie zeigte sich demnach gegenüber der spanischen Regierung „beunruhigt über die Gastfreundschaft für die russische Marine“.

Der frühere belgische Regierungschef Guy Verhofstadt, ein führender EU-Politiker, hatte bereits am Dienstag auf seiner Facebook-Seite geschrieben: „Es ist skandalös, dass Spanien, ein Mitglied der NATO und der EU, der russischen Kusnezow-Flotte erlauben will, auf spanischem Territorium aufzutanken und technische Unterstützung zu erhalten.“ Spanien habe schließlich erst in der vergangenen Woche eine Erklärung des Europarates unterzeichnet, in dem Russland Kriegsverbrechen gegen Zivilisten in Aleppo vorgeworfen würden. (APA/AFP/dpa)