Letztes Update am Di, 06.06.2017 15:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO-Bericht

IS-Miliz ermordete 163 Zivilisten bei Flucht aus Mosul

163 Zivilisten sind laut UNO-Angaben Anfang Juni von der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden, als sich diese aus Teilen Mosuls zurückzog. Bis zu 200.000 Zivilisten leben noch in von Jihadisten kontrollierten Vierteln der irakischen Großstadt.

Menschen fliehen in Mosul vor dem IS.

© AFPMenschen fliehen in Mosul vor dem IS.



Mosul (Mossul)/Genf - Bei ihrer Flucht aus der umkämpften Stadt Mosul im Irak sind Anfang Juni nach Angaben der UNO mindestens 163 Zivilisten von der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Die Leichen von Männern, Frauen und Kindern hätten am Montag immer noch in den Straßen des Viertels Al-Shira im Westen von Mossul gelegen, sagte UNO-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein am Dienstag in Genf.

Die IS-Miliz habe versucht, die Zivilisten an der Flucht aus ihrer Hochburg im Irak zu hindern, sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein. Die Zahl der Opfer könne auch noch größer sein, da Menschen aus dieser Gegend Mosuls als vermisst gelten würden.

Nach Angaben eines UNO-Sprechers wurden die Zivilisten vermutlich am 1. Juni getötet. Die irakischen Streitkräfte waren zuletzt weiter in der Großstadt vorgerückt und hatten die IS-Kämpfer zurückgedrängt. Sieben Monate nach Beginn der Offensive auf Mosul kontrolliert die IS-Miliz vor allem noch die Altstadt und einige angrenzende Viertel.

200.000 Zivilisten noch in IS-Vierteln

Nach UNO-Angaben befinden sich noch immer bis zu 200.000 Zivilisten in den von den Jihadisten kontrollierten Vierteln. Die Altstadt ist dicht bewohnt und besteht aus einem Gewirr enger Gassen, die einen raschen Vormarsch der Truppen verhindern.

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Die Jihadisten hatten die nordirakische Millionenstadt im Sommer 2014 eingenommen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Nach jahrelanger Vorbereitung starteten die irakischen Soldaten (APA, AFP, dpa)