Letztes Update am So, 02.07.2017 12:38

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Terror

Mossul: Irakische Regierungstruppen eroberten Spital nahe der Altstadt

Mit dem Vorrücken der Armee und dem Ende des „Kalifats“ scheint der IS im Irak weitgehend besiegt.

Von der Großen Moschee in Mossul ist nicht mehr viel übrig. Weite Teile der Stadt liegen in Schutt und Asche.

© REUTERSVon der Großen Moschee in Mossul ist nicht mehr viel übrig. Weite Teile der Stadt liegen in Schutt und Asche.



Mossul – Die irakischen Regierungstruppen haben ein Krankenhaus nahe der Altstadt von Mossul erobert und die Kämpfer der Jihadistenmiliz IS (Daesh) damit weiter zurückgedrängt.

Die Ibn-Sina-Universitätsklinik und weitere medizinische Einrichtungen wie eine Blutbank im Westen der umkämpften Großstadt seien am Samstag von Truppen des Innenministeriums eingenommen worden, erklärte der Befehlshaber der Offensive, Generalleutnant Abdulamir Yarallah.

Nach Angaben von Generalleutnant Raed Shakir Jawdat, der die Einheiten der Bundespolizei befehligt, haben die Regierungstruppen auch das gesamte umliegende Stadtviertel Al-Shifaa zurückerobert. Die Regierungstruppen rücken demnach von nun drei Seiten auf die Altstadt und die „wenigen“ noch von den IS-Kämpfern kontrollierten Gebiete vor.

Ende des Kalifats

Mossul ist die zweitgrößte Stadt im Irak. Der IS hatte die Metropole 2014 überrannt. Die Jihadisten riefen in den von ihnen eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein „Kalifat“ aus. Die irakischen Truppen hatten im Oktober mit der Rückeroberung von Mosul begonnen. Der Ostteil der Stadt wurde im Jänner zurückerobert, einen Monat später folgte der Einsatz im Westteil der Stadt.

Nach der Rückeroberung der symbolträchtigen Al-Nuri-Moschee hatte der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi am Donnerstag bereits das Ende des „IS-Kalifats“ verkündet. Die Rückeroberung der Moschee erfolgte auf den Tag genau drei Jahre nach dessen Ausrufung.

Die Al-Nuri-Moschee ist von hoher symbolischer Bedeutung, da der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi dort im Juli 2014 kurz nach der Eroberung von Mosul aufgetreten war. Die Jihadisten hatten das berühmte schiefe Minarett der Moschee im Juni gesprengt – offenbar um zu verhindern, dass die irakische Armee darauf ihre Flagge hisst. Das Militär wertete dies als Eingeständnis der Niederlage der IS-Miliz. (APA/AFP)