Letztes Update am Mo, 07.08.2017 07:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Paramacay

Zwei Angreifer bei Attacke auf Kaserne in Venezuela getötet

Der Angriff ist laut Staatschef Nicolas Maduro nahe der Stadt Valencia passiert. Einige Angreifer sollen Militärangehörige gewesen sein.

Der Eingang zur Militärbasis in Paramacay.

© REUTERSDer Eingang zur Militärbasis in Paramacay.



Caracas – Bei der Niederschlagung eines Angriffs auf einen Militärstützpunkt in Venezuela sind Präsident Nicolas Maduro zufolge zwei Täter getötet worden. Rund 20 Bewaffnete seien in der Früh in den Stützpunkt Paramacay nahe der Stadt Valencia westlich von Caracas eingedrungen, sagte Maduro am Sonntag in seiner wöchentlichen TV-Sendung. Er bezeichnete die Angreifer als „Söldner“.

Sie hätten sich Zugang zum Waffenlager verschafft. Bei einem Feuergefecht mit Soldaten seien zwei von ihnen getötet worden, sagte der Präsident. Es handelte sich scheinbar um den Versuch, einen Aufstand gegen Maduro auszulösen. Laut der sozialistischen Regierungspartei wurden acht Angreifer festgenommen. Darunter seien drei Angehörige des Militärs. Die übrigen Angreifer seien mit erbeuteten Waffen geflohen.

Verfassungsordnung wiederherstellen

Der stellvertretende Sozialisten-Chef Diosdado Cabello sprach von einem „terroristischen Angriff“. In einem Video, das zum Zeitpunkt des Angriffs im Internet kursierte, erklärten mehrere Männer in Militäruniformen, sie wollten das Land zurück zur Demokratie führen. Sie riefen zur landesweiten Erhebung gegen Maduro auf. Dies sei kein Staatsstreich, sondern eine bürgerliche und militärische Aktion, um die Verfassungsordnung wiederherzustellen, sagte ein Mann, der sich als Ex-Offizier der Nationalgarden vorstellte.

Venezuela steckt in einer schweren Krise. Seit Monaten protestieren zahlreiche Menschen gegen Maduro. Dabei wurden etwa 120 Menschen getötet. Die Opposition macht den Staatschef für die wirtschaftliche Misere des ölreichen Landes verantwortlich und wirft ihm vor, eine Diktatur anzustreben. Maduro setzte eine Verfassungsversammlung durch, die am Wochenende umgehend seine schärfste Kritikerin, Generalstaatsanwältin Luisa Ortega, absetzte. Ihr soll der Prozess gemacht werden. In Lateinamerika löste das Vorgehen massiven Protest aus. (APA/Reuters)