Letztes Update am Do, 12.10.2017 14:26

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Palästina

Hamas und Fatah versöhnen sich: Abkommen unterzeichnet

Ziel der Versöhnungsgespräche waren die Bildung einer Einheitsregierung für die Palästinensergebiete sowie Neuwahlen.

© ReutersHamas-Chefverhandler Ismail Haniyeh trifft den ägyptischen Vermittler Khaled Fawzi.



Jerusalem/Kairo – Die rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich nach Angaben von Hamas-Chef Ismail Haniya auf eine Versöhnung geeinigt. Details dazu sollen im Laufe des Tages veröffentlicht werden, sagte ein anderer Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Die rivalisierenden Palästinenserorganisationen unterzeichneten noch am Donnerstag in Kairo ein Versöhnungsabkommen. So hieß es aus Kreisen um die vorangegangenen Verhandlungen. Die Vereinbarung soll zehn Jahre der Feindschaft beenden.

Die Beratungen fanden seit Dienstag hinter verschlossenen Türen in den Räumen des ägyptischen Geheimdiensts in Kairo statt. Die Hamas herrscht seit 2007 im Gazastreifen. Die Gruppe setzte sich in bewaffneten Auseinandersetzungen nach einem Streit über die Parlamentswahl von 2006 gegen die gemäßigte Fatah von dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas durch. Diese übt die Regierungsgewalt im israelisch besetzten Westjordanland aus. Hamas und Fatah stimmten auf Druck Ägyptens Gesprächen über eine Einheitsregierung sowie zu Neuwahlen zu.

Einheitsregierung als Ziel

Ziel der Versöhnungsgespräche waren die Bildung einer Einheitsregierung für die Palästinensergebiete sowie Neuwahlen.

Ein besonders kontroverses Thema war dabei die Zukunft des bewaffneten Arms der Hamas. Ihm gehören 25.000 Kämpfer an, und die Islamisten haben erklärt, dass sie dieser Frage zu keinem Kompromiss bereit sind.

Die radikalislamische Hamas ist nach der Fatah die größte Palästinenser-Organisation. Die Fatah dominiert die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation). Diese palästinensische Dachorganisation ist international als Vertretung des palästinensischen Volkes anerkannt. Die Hamas, die Israel das Existenzrecht abspricht, auf Gewalt im Konflikt mit Israel nicht verzichten will und bisher getroffene Abkommen mit Israel nicht anerkennt, gehört der PLO nicht an. Sie wird von den USA und der Europäischen Union als Terrorgruppe eingestuft.

Im September hatte die Hamas verkündet, sie lade die international anerkannte Regierung von Palästinenser-Präsident Abbas im Westjordanland dazu ein, „in den Gazastreifen zu kommen und ihre Aufgaben sofort zu übernehmen“. Damals herrschte Skepsis, weil schon frühere Versöhnungsversuche gescheitert waren. In dem Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen. (APA)

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- AFP