Letztes Update am Sa, 18.11.2017 08:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezuela

Ex-Bürgermeister von Caracas flieht aus Hausarrest nach Kolumbien

Der Politiker hat angekündigt, weiter nach Spanien reisen zu wollen. Er war nach einer Operation in den Hausarrest überstellt worden, um sich besser erholen zu können.

Antonio Ledezma ist über die Grenze nach Kolumbien geflohen.

© AFPAntonio Ledezma ist über die Grenze nach Kolumbien geflohen.



Caracas – Der frühere Bürgermeister von Caracas und prominente Oppositionelle Antonio Ledezma ist aus dem Hausarrest geflohen und hat sich ins Nachbarland Kolumbien abgesetzt. Er überquerte am Freitag eine Fußgängerbrücke zwischen dem venezolanischen Bundesstaat Táchira und dem kolumbianischen Department Norte de Santander. Die Einwanderungsbehörde des südamerikanischen Landes bestätigte Ledezmas Einreise.

Seine Flucht sei filmreif gewesen, erzählte der Ex-Bürgermeister in Kolumbien. Er habe mehr als 30 Kontrollposten der venezolanischen Polizei passieren müssen. Ledezma kündigte an, nach Spanien weiterzureisen. „Jeder Ort ist gut, um für die Freiheit Venezuelas zu kämpfen“, sagte er.

Maduro warnt vor „Vampir“

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro räumte ein, dass ihm einer seiner prominentesten Gefangenen entwischt ist. „Ich beglückwünsche Antonio Ledezma. Er soll nicht zurückkommen, er soll dortbleiben. Die Leute in Madrid sollten sich in Acht nehmen. Der Vampir kommt nach Madrid“, sagte der Staatschef.

Ledezma war im Februar 2015 abgesetzt und ins Militärgefängnis Ramo Verde gebracht worden. Die Sicherheitskräfte warfen ihm vor, ein Komplott gegen die Regierung des linken Präsidenten Maduro zu schmieden. Nach einer Operation wurde er in den Hausarrest verlegt, um sich besser von dem Eingriff erholen zu können.

Neben dem Oppositionsführer Leopoldo López war Ledezma einer der prominentesten inhaftierten Regierungsgegner des südamerikanischen Landes. Zuletzt hatten mehrere Oppositionelle das Land verlassen, darunter die frühere Generalstaatsanwältin Luisa Ortega und die ehemaligen Bürgermeister Ramón Muchacho und David Smolansky. (APA/dpa)