Letztes Update am Mo, 01.01.2018 09:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordkorea

Kim Jong-un droht in Botschaft zu Neujahr mit Atomwaffenangriff

Nordkorea treibt seine atomare Aufrüstung voran und richtet immer wieder Drohungen gegen Südkorea und die USA. Südkorea konnte der Neujahrsansprache allerdings auch Positives abgewinnen.

© APA/AFP/KCNAKim Jong-un in seiner Neujahrsansprache.



Pjöngjang – Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat in seiner Neujahrsbotschaft mit einem Atomwaffenangriff gedroht. „Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch“, erklärte Kim am Montag. Dies sei „keine Erpressung, sondern die Realität“. Sein Land müsse Atombomben und Raketen nun in Massenproduktion herstellen und ihre Stationierung beschleunigen.

Nordkorea treibt seine atomare Aufrüstung voran und richtet immer wieder Drohungen gegen Südkorea und die USA. Im September testete das international isolierte Land eine Wasserstoffbombe, die nach japanischen Angaben eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen hatte – mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen.

Südkorea begrüßt Neujahrsrede trotzdem

Südkorea hat einem Agenturbericht zufolge positiv auf die Neujahrsansprache von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un reagiert. Das Präsidialamt begrüße die Rede, berichtete die Agentur Yonhap am Montag.

Kim beschwor zwar die abschreckende Wirkung seiner Atomwaffen. Gleichzeitig zeigte er sich aber offen für Gespräche mit dem Süden und zog die Entsendung einer nordkoreanischen Delegation zu den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang in Erwägung.

„Ich hoffe sehr, dass die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang erfolgreich durchgeführt werden“, erklärte Kim fünfeinhalb Wochen vor Beginn der Spiele von 9. bis 25. Februar in Pyeongchang, das rund 80 Kilometer südlich der Grenze liegt. „Wir sind bereit, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, einschließlich der Entsendung unserer Delegation. Zu diesem Zweck könnten sich die Behörden von Nord und Süd in naher Zukunft treffen“, sagte Kim.

Das Organisationskomitee zeigte sich dafür aufgeschlossen. „Das Komitee wird relevante Fragen sowohl mit der südkoreanischen Regierung als auch dem Internationalen Olympischen Komitee erörtern“, teilte der Präsident des Organisationskomitees von Pyeongchang mit.

Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Der UNO-Sicherheitsrat verhängte wiederholt Sanktionen gegen Nordkorea, zuletzt am 22. Dezember. (APA/AFP)