Letztes Update am Sa, 13.01.2018 12:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Myanmar

Tötung von Rohingya: Suu Kyi begrüßt Eingeständnis von Armee

Die Armee hatte am vergangenen Mittwoch erstmals zugegeben, an der Tötung von zehn gefangenen angeblichen Rohingya-Rebellen im September im Dorf Inn Din beteiligt gewesen zu sein.

Für ihr langes Schweigen im Rohingya-Konflikt wird Aung San Suu Kyi scharf kritisiert.

© REUTERSFür ihr langes Schweigen im Rohingya-Konflikt wird Aung San Suu Kyi scharf kritisiert.



Yangon (Rangun) – Die De-facto-Regierungschefin von Myanmar, Aung San Suu Kyi, hat das Eingeständnis der myanmarischen Armee begrüßt, zehn Angehörige der Rohingya-Minderheit getötet zu haben. Dies sei ein „positiver Schritt“, zitierten staatliche Medien am Samstag die Friedensnobelpreisträgerin.

Die Rechtsstaatlichkeit liege letzten Endes in der Verantwortung eines jeden Landes, und es sei „ein positives Zeichen, dass wir Schritte unternehmen, um Verantwortung zu übernehmen“, sagte sie demnach bei einem Treffen mit dem japanischen Außenminister am Freitag.

Die Armee hatte am vergangenen Mittwoch erstmals zugegeben, an der Tötung von zehn gefangenen angeblichen Rohingya-Rebellen im September im Dorf Inn Din beteiligt gewesen zu sein. Außerdem wurde erstmals der Fund eines Massengrabes in dem Dorf bestätigt. Bisher hatte die Armee stets Berichte über ihr brutales Vorgehen gegen die muslimische Minderheit zurückgewiesen. Auch Suu Kyi steht wegen ihres langen Schweigens zur Rohingya-Krise international in der Kritik.

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Das setzte sich auch nach Ende der jahrzehntelangen Militärdiktatur fort. Ende August war der Konflikt eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Seither wurden durch das Militär Hunderte Rohingya getötet, rund 655.000 Rohingya flüchteten ins Nachbarland Bangladesch. Die UNO, die USA und Menschenrechtsorganisationen sprechen von „ethnischen Säuberungen“. (APA/AFP)