Letztes Update am Fr, 09.02.2018 13:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Irak

Irak braucht 100 Milliarden Dollar für Wiederaufbau

Mit 157 Projekten sollen Auslandsinvestitionen angelockt werden. Der Aufbau von Basisversorgung und Infrastruktur hat Priorität.

© REUTERS(Symbolbild)



Bagdad – Der Irak will für seinen Wiederaufbau 100 Milliarden Dollar (rund 82 Mrd. Euro) an Auslandsinvestitionen ins Land locken. Das ergibt sich aus einer Liste von insgesamt 157 Projekten, die von einer Regierungskommission zusammengestellt wurde. Das Papier soll auf einer internationalen Konferenz präsentiert werden, die von Montag bis Mittwoch in Kuwait stattfindet.

Nach einem dreijährigen Krieg gegen die Extremisten-Miliz IS (Daesh) geht es darum, im Irak grundlegende Versorgungseinrichtungen und Infrastruktur wiederherzustellen. Die Bauvorhaben sollen zugleich zahlreiche Iraker Arbeit verschaffen und Hunderttausenden Vertriebenen ein neues Dach über dem Kopf geben.

Straßen, Flughäfen, Krankenhäuser, Schulen und Produktionsstätten müssen wiederaufgebaut werden. Außerdem geht es um Landwirtschaft, Energieversorgung und Telekomnetze. Zudem will die Regierung von Ministerpräsident Haider al-Abadi Investoren für die wichtige Ölindustrie finden. Das Land ist zweitgrößtes Mitglied des Förderkartells OPEC.

Zugleich allerdings sollen frische Mittel in Vorhaben fließen, die das Land unabhängiger von diesem Industriezweig machen, erläuterte Abadis Wirtschaftsberater Mudhar Saleh. Unter anderem soll die Getreideproduktion deutlich erweitert werden.

16 der genannten Projekte kosten jeweils mindestens eine halbe Milliarde Dollar. Die USA wollen keine staatlichen Mittel bereitstellen, sondern Geldgeber aus der Privatwirtschaft und verbündeten Golfstaaten vermitteln, wie aus Regierungskreisen verlautbart wurde. An der Konferenz werden demnach 100 amerikanische Firmen teilnehmen. (APA/Reuters)




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