Letztes Update am Sa, 24.02.2018 07:46

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ein Verletzter

Bombenexplosion in Hauptstadt von Myanmars Unruheregion Rakhine

Die Polizei entdeckte drei weitere Sprengsätze, die noch nicht explodiert waren. Es bestünde die Gefahr, dass noch mehr Bomben gelegt worden seien, hieß es.

Soldaten in der Unruheregion Rakhine.

© MYANMAR ARMED FORCESSoldaten in der Unruheregion Rakhine.



Yangon (Rangun) – In der Hauptstadt von Myanmars Unruheregion Rakhine sind am Samstag drei Bomben explodiert. Die Sprengsätze gingen am frühen Morgen an unterschiedlichen Orten in Sittwe hoch, wie ein Polizeivertreter sagte. Getroffen wurden demnach das Haus eines Vertreters der Staatsregierung, ein Bürohaus und eine Straße, ein Beamter wurde verletzt.

Die Polizei entdeckte den Angaben zufolge drei weitere Sprengsätze, die noch nicht explodiert waren. Es bestünde die Gefahr, dass noch mehr Bomben gelegt worden seien, hieß es. Mehrere Straßen wurden nach den Vorfällen von der Polizei gesperrt, berichtete ein Anrainer.

Gewalt gegen Rohingya

Im nördlichen Bundesstaat Rakhine geht Myanmars Armee seit August mit brutaler Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vor. Flüchtlinge berichten von der Ermordung zahlreicher Zivilisten, von Vergewaltigungen und von niedergebrannten Dörfern. Die UNO stufte das Vorgehen der Armee als „ethnische Säuberungen“ ein.

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt, rund 700.000 Rohingya flohen bereits ins Nachbarland Bangladesch. Von dort sollen sie nun schrittweise wieder in ihre Heimat zurückkehren. (APA/AFP)