Letztes Update am Mo, 11.06.2018 10:40

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sparmaßnahmen

Proteste in Jordanien: Golfstaaten geben 2,5-Milliarden-Hilfe

Die Hilfe der Golfstaaten kann als Versuch gesehen werden, Proteste in der arabischen Welt einzudämmen und nicht auf die eigenen Länder überschwappen zu lassen.

© AFPTagelang hatten Jordanier gegen die geplanten Sparmaßnahmen protestiert.



Mekka – Nach den Massenprotesten in Jordanien wegen Sparmaßnahmen und geplanten Steuererhöhungen haben Saudi-Arabien, die Emirate und Kuwait dem klammen Staat 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,1 Milliarden Euro) versprochen. Sie vereinbarten die Hilfe bei einem Treffen in der saudischen Stadt Mekka, an dem in der Nacht zum Montag der saudische König Salman, der Premier der Vereinigten Arabischen Emirat, Mohammed bin Raschid Al Maktum, Kuwaits Emir Scheich Sabah sowie Jordaniens König Abdullah II. teilnahmen.

Das Geld soll in ein Depot der jordanischen Zentralbank, in Garantien für Jordanien bei der Weltbank, direkt in den jordanischen Haushalt der nächsten fünf Jahre sowie in Entwicklungsprojekte fließen. Die Hilfe der Golfstaaten kann als Versuch gesehen werden, Proteste in der arabischen Welt einzudämmen und nicht auf die eigenen Länder überschwappen zu lassen.

In Jordanien hatten acht Tage lang Tausende Menschen gegen den Entwurf eines neuen Steuergesetzes und gegen die Erhöhung von Sprit- und Strompreisen protestiert. Abdullah II. wechselte daraufhin seinen Ministerpräsidenten aus und nahm einige Preiserhöhungen zurück. Der designierte Ministerpräsident Umar Rasas zog auch das umstrittene Steuergesetz zunächst zurück. (dpa)