Letztes Update am Do, 12.07.2018 16:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Türkischer Geheimdienst nahm Gülen-Anhänger im Ausland fest

Zwei Männer in Aserbaidschan und der Ukraine werden beschuldigt, „Mitglieder einer bewaffneten Terrororganisation“ zu sein. Sie wurden in die Türkei gebracht.

Prediger Fethullah Gülen, der Erzfeind des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

© ReutersPrediger Fethullah Gülen, der Erzfeind des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.



Ankara – Der türkische Geheimdienst hat zwei angebliche Unterstützer des Predigers Fethullah Gülen aus Aserbaidschan und der Ukraine in die Türkei gebracht. Wie sich der Geheimdienst der Männer bemächtigte, wurde nicht unmittelbar klar.

In einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hieß es am Donnerstag, für die beiden Männer habe es als „Mitglieder einer bewaffneten Terrororganisation“ Haftbefehle gegeben. Sie seien „hochrangige Mitglieder“ von Gülens Netzwerk.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan macht Gülen, der in den USA im Exil lebt, für den Putschversuch im Sommer 2016 verantwortlich. Am Dienstag, am Tag nach seiner Vereidigung, hatte Erdogan Aserbaidschan besucht. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko war als Gast bei der Vereidigungszeremonie in Ankara dabei.

Immer wieder Festnahmen im Ausland

Die Türkei hat seit dem Putschversuch Zehntausende mutmaßliche Gülen-Anhänger festnehmen lassen – immer wieder auch einige im Ausland. Im März waren sechs Türken im Kosovo festgenommen und in die Türkei gebracht worden. Einen Monat später flog der Geheimdienst drei angebliche Gülen-Unterstützer aus Gabun in die Türkei. In Pakistan war im Herbst 2017 ein türkischer Lehrer abgeschoben worden, obwohl er Asyl beantragt hatte. Verwandte des Mannes berichteten, er sei in der Türkei inhaftiert worden. (APA/dpa)