Letztes Update am Mi, 01.08.2018 07:21

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nicaragua

Gewaltsame Proteste treiben Tausende Nicaraguaner in die Flucht

Vor allem im Nachbarland Costa Rica sind die Behörden mittlerweile völlig überlastet, weil die Zahl der Asylanträge täglich steigt.

© ReutersNicaraguaner stehen Schlange, um einen Asylantrag in Costa Rica auszufüllen.



Genf – Die eskalierende Gewalt in Nicaragua treibt Tausende Menschen in die Flucht. Im südlichen Nachbarland Costa Rica stellen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) jeden Tag mehr als 200 Nicaraguaner Asylanträge, wie ein Sprecher am Dienstag in Genf berichtete. Seit Mitte April hätten dort 8000 Menschen um Asyl gebeten, weitere 15.000 hätten erst Termine für Anträge bekommen, weil die Behörden völlig überlastet seien. Tausende weitere Nicaraguaner werden im Land vermutet, die sich bislang nicht gemeldet hätten. Viele würden von dort seit langem lebenden Verwandten unterstützt. Wie viele Menschen insgesamt aus Nicaragua geflohen sind, konnte das UNHCR nicht beziffern.

Seit Mitte April eskalieren in dem zentralamerikanischen Land die Proteste gegen den autokratisch regierenden Präsidenten Daniel Ortega. Nach Regierungsangaben kamen dabei 195 Menschen um. Menschenrechtsorganisationen sprechen jedoch von rund 450 Toten.

Das UNHCR rief andere Länder zur Unterstützung Costa Ricas auf. Auch in Panama, Mexiko, den USA sowie Honduras, El Salvador und Guatemala seien Menschen aus Nicaragua auf der Flucht oder suchten Zuflucht. (dpa)