Letztes Update am Di, 27.11.2018 20:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Krim-Krise

Poroschenko wirft Russland massive Truppenkonzentration an Grenze vor

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko warnt vor der Gefahr eines „vollständigen Kriegs“. Zuvor waren drei ukrainische Soldaten in U-Haft genommen worden. Den Männern wird vorgeworfen, unerlaubt die Grenze nach Russland überquert zu haben.

© imago/ITAR-TASSUkrainische Marine-Schiffe im Hafen von Kerch: Es droht eine weitere Eskalation zwischen Russland und der Ukraine.



Kiew, Moskau – Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Russland eine massive Truppenkonzentration an der Grenze vorgeworfen und vor einem drohenden Krieg gewarnt. Die russische Armee habe die Zahl der Panzer an ihren Stellungen entlang der Grenze verdreifacht, sagte Poroschenko am Dienstagabend zu mehreren ukrainischen Fernsehsendern. Er warnte vor der Gefahr eines „vollständigen Kriegs“.

Ukrainische Marinesoldaten in Untersuchungshaft

Zuvor waren nach der militärischen Konfrontation vor der Krim drei ukrainische Marinesoldaten in Untersuchungshaft genommen worden. Ein Gericht auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel ordnete am Dienstag an, die Soldaten für zwei Monate in Gewahrsam zu nehmen, wie die Menschenrechtsbeauftragte auf der Krim, Ljudmila Lubina, sagte. Ihnen werde vorgeworfen, unerlaubt die Grenze nach Russland überquert zu haben.

Insgesamt hatte die russische Küstenwache nach dem Zwischenfall am Sonntag 24 ukrainische Marinesoldaten festgesetzt. Etwa ein Dutzend von ihnen sollte im Laufe des Dienstags vor dem Gericht in der Stadt Simferopol erscheinen. Für Mittwoch sind weitere Anhörungen geplant.

Die Konfrontation hatte sich an der Straße von Kertsch ereignet, einer Meerenge zwischen der Krim und Russland, die das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer verbindet. Die Ukraine beschuldigt Russland, vor der Krim drei ihrer Marineschiffe beschossen und aufgebracht zu haben. Der Kreml sprach von einer „Provokation“ und wies der Ukraine die Schuld an der Eskalation zu, da seine Marineschiffe in „russische Gewässer“ eingedrungen seien. (APA/AFP/dpa)