Letztes Update am So, 02.12.2018 19:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Atompolitik

Teheran wies Vorwürfe von Pompeo bezüglich Raketentest zurück

In der UNO-Resolution 2231 gehe es nur um ein Verbot von Raketen mit nuklearen Sprengköpfen. Im Iran aber seien die Raketen so konstruiert, dass sie keine nuklearen Sprengköpfe tragen könnten.

© AFPUS-Außenminister Mike Pompeos.



Teheran – Der Iran hat neue Vorwürfe der USA in Bezug auf sein Raketenprogramm zurückgewiesen. Außenamtssprecher Bahram Ghassemi sagte am Sonntag, die Kritik von US-Außenminister Mike Pompeo, ein Raketentest verstoße gegen die UNO-Resolution 2231, sei absurd. „Es gibt überhaupt keine einzige UNO-Resolution, die konventionelle Raketentests des Irans verbietet“, sagte Ghassemi.

In der UNO-Resolution 2231 gehe es nur um ein Verbot von Raketen mit nuklearen Sprengköpfen. Im Iran aber seien die Raketen so konstruiert, dass sie keine nuklearen Sprengköpfe tragen könnten, sagte der Sprecher.

Teheran reagiert damit auf einen Tweet des US-Außenministers Mike Pompeos vom Samstag. „Das iranische Regime hat gerade eine ballistische Mittelstreckenrakete testweise abgefeuert, die in der Lage ist, verschiedene Sprengköpfe zu tragen“, schrieb Pompeo auf Twitter. Der Test stelle einen Verstoß gegen die Resolution 2231 des UNO-Sicherheitsrates dar.

Pompeo: „Wir verurteilen diesen Akt“

Die Raketentests und die Verbreitung von Raketen durch den Iran werde stärker, schrieb Pompeo. „Wir verurteilen diesen Akt, und wir rufen den Iran auf, diese Aktivitäten einzustellen.“

Der iranische Armeesprecher Abolfazl Shekarchi entgegnete am Sonntag: „Unser Verteidigungsprogramm ist lediglich für die Verteidigung unserer Grenzen.“ Daher werde der Iran sowohl seine Raketentests als auch den Ausbau seines Raketenprogramms weiterhin ausüben und brauche dafür keine Erlaubnis, sagte der Sprecher laut der Nachrichtenagentur Tasnim.

Den von Pompeo angesprochenen Test wollte der Sprecher weder bestätigen noch dementieren. Er betonte nur, dass diese Raketen keine Gefahr für die Staaten in der Region darstellen und nur für die Verteidigung des Landes gedacht seien.

Das iranische Raketenprogramm ruft international immer wieder Besorgnis hervor. Besonders die Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern werden als Bedrohung für Irans Regionalfeinde Israel und Saudi-Arabien angesehen. Diese Mittelstreckenraketen könnten praktisch jeden Teil Israels treffen. (APA/dpa)