Letztes Update am Sa, 15.12.2018 08:23

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Militär

UNO-Generalsekretär besorgt über Beschluss des Kosovo für Armee

Ungeachtet internationaler Mahnungen und scharfer Proteste Serbiens hatte das Parlament in Pristina am Freitag den Aufbau einer eigenen Armee beschlossen.

Der kosovarische Präsident  Hashim Thaci bei einer Inspektion der Kosovo Security Force (KSF).

© AFPDer kosovarische Präsident Hashim Thaci bei einer Inspektion der Kosovo Security Force (KSF).



New York – UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat besorgt auf den Beschluss des Parlaments im Kosovo reagiert, eine eigene Armee aufzubauen. Er habe die Entscheidung des Landes „mit Besorgnis zur Kenntnis genommen“, erklärte Guterres am Freitag und rief „alle betroffenen Parteien zur Zurückhaltung auf“.

Der UNO-Sicherheitsrat in New York trat auf Antrag Serbiens zu einer Dringlichkeitssitzung hinter verschlossenen Türen zusammen.

Ungeachtet internationaler Mahnungen und scharfer Proteste Serbiens hatte das Parlament in Pristina am Freitag den Aufbau einer eigenen Armee beschlossen. Die bisher für Katastrophenfälle vorgesehene und leicht bewaffnete Kosovo Security Force (KSF) soll nun in eine richtige Armee umgewandelt werden. Die Truppenstärke soll von derzeit 2500 Mann auf 5000 verdoppelt werden. Bis die neuen Streitkräfte einsatzfähig sind, wird es noch Jahre dauern.

„Haben eine Linie überschritten“

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic kritisierte den Beschluss des Kosovo scharf. Es sei „absolut klar, dass hinter allem, was die (ethnischen) Albaner machen, die USA, Großbritannien, und im Fall der Schaffung der Armee, auch Deutschland, stehen“, sagte Vucic in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. „Sie verstehen nicht, dass sie alle eine Linie überschritten haben“, fügte er hinzu und forderte eine Dringlichkeitssitzung des höchsten Gremiums der Vereinten Nationen.

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