Letztes Update am So, 30.12.2018 07:30

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jemen

Regierungstreue Kräfte bezweifeln Rebellen-Rückzug in Hodeidah

Die Konfliktparteien im Jemen hatten sich bei Friedensgesprächen in Schweden auf eine Waffenruhe für die von den Houthi-Rebellen kontrollierte westjemenitische Hafenstadt geeinigt.

Rebellen in Hodeidah.

© AFPRebellen in Hodeidah.



Sanaa/Hodeidah – Regierungstreue Kräfte im Jemen haben den von der UNO verkündeten Rückzug der Houthi-Rebellen aus dem Hafen von Hodeidah in Zweifel gezogen. „Wem haben sie den Hafen übergeben, und wie?“, sagte ein Vertreter der regierungstreuen Kräfte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Ein UN-Vertreter hatte zuvor verkündet, die Rebellen hätten mit dem Abzug aus dem Hafen begonnen.

Die jemenitische Nachrichtenagentur Saba zitierte einen Vertreter der Regierungsseite mit den Worten, die Rebellen versuchten, die Bestimmungen der Anfang Dezember in Schweden ausgehandelten Waffenruhe zu unterwandern.

Krieg seit 2015

Die Konfliktparteien im Jemen hatten sich bei Friedensgesprächen in Schweden auf eine Waffenruhe für die von den Houthi-Rebellen kontrollierte westjemenitische Hafenstadt geeinigt, durch die ein Großteil der Hilfen für die hungernde Bevölkerung ins Land kommt. Dabei war auch ein Abzug der Kämpfer aus der Stadt und dem Hafen von Hodeidah vereinbart worden.

Im Jemen herrscht seit 2015 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten. (APA/AFP)