Letztes Update am Mi, 16.01.2019 08:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Krieg in Syrien

Kurden lehnen „Sicherheitszone“ unter türkischer Kontrolle ab

Die Kurden fordern eine Demarkationslinie unter Kontrolle der Vereinten Nationen anstatt einer von der Türkei kontrollierten „Sicherheitszone“.

In Syrien herrscht nach wie vor an mehreren Fronten Krieg. Hier überqueren türkische Militärfahrzeuge die Grenze in ein von Rebellen besetztes Gebiet. Die Rebellen werden von der Türkei unterstützt.

© AFPIn Syrien herrscht nach wie vor an mehreren Fronten Krieg. Hier überqueren türkische Militärfahrzeuge die Grenze in ein von Rebellen besetztes Gebiet. Die Rebellen werden von der Türkei unterstützt.



Ankara – Die Kurden in Syrien lehnen die Einrichtung einer „Sicherheitszone“ unter Kontrolle der Türkei im Norden das Bürgerkriegslandes ab. Die Türkei sei nicht neutral und „kann kein Garant für die Sicherheit sein“, sagte der ranghohe Politiker Aldar Khalil der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch.

Lediglich eine von UN-Truppen überwachte Demarkationslinie zwischen der Türkei und Nordsyrien sei akzeptabel. Andere Optionen seien „inakzeptabel, da sie die Souveränität Syriens und die Souveränität unserer autonomen Region verletzen“, sagte Chalil.

Die Türkei hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Truppen an der Grenze zu Syrien zusammengezogen und mit einer Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG gedroht. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt eine „Sicherheitszone“ von 20 Meilen (rund 30 Kilometer) ins Gespräch gebracht, sich aber weder dazu geäußert, wo sie geschaffen, noch von wem sie durchgesetzt werden sollte.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan sagte am Dienstag, er habe mit Trump vereinbart, dass die Türkei die „Sicherheitszone“ einrichten werde. Die türkische Regierung hatte jedoch empört auf eine Drohung Trumps reagiert, die USA würden die Türkei „wirtschaftlich zerstören“, sollte Ankara die Kurden attackieren. (APA/AFP)