Letztes Update am Sa, 19.01.2019 08:01

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jemen

UNO: Houthis im Jemen profitieren von Treibstoffhandel aus dem Iran

Der Treibstoff werde in iranischen Häfen geladen und mit Hilfe gefälschter Dokumente würden internationale Inspektionen umgangen, heißt es in dem Jahresbericht 2018.

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Sanaa – Die Houthi-Rebellen im Jemen profitieren einem UNO-Bericht zufolge von Einnahmen aus dem Handel mit Treibstoff aus dem Iran. Der Treibstoff werde in iranischen Häfen geladen und mit Hilfe gefälschter Dokumente würden internationale Inspektionen umgangen, heißt es in dem Jahresbericht 2018, der in dieser Woche den 15 Mitgliedern im UNO-Sicherheitsrat übergeben wurde.

UNO-Experten hätten „eine kleine Anzahl von Unternehmen sowohl im Jemen als auch außerhalb“ identifizieren können, die im Treibstoffgeschäft tätig seien, heißt es darin. Der Kraftstoff habe „Individuen genutzt“, die von UNO-Sanktionen betroffen seien. Zudem hätten die Einnahmen aus dem Verkauf zur „Finanzierung des Krieges der Houthi beigetragen“.

Der 85-seitige Bericht wirft erneut die Frage nach der iranischen Unterstützung für die Houthi-Rebellen im Jemen auf. Seit Kriegsbeginn hat Teheran dementiert, die Houthis militärisch zu unterstützen, sondern lediglich eine politische Unterstützung eingeräumt.

Bombenangriff auf Schulbus durch Saudi-Koalition

Der Bericht bestätigt zudem die Verantwortung der von Saudi-Arabien geführten Koalition für einen Bombenangriff auf einen Schulbus, bei dem am 9. August 43 Menschen getötet und 63 weitere verletzt worden waren. Die meisten Opfer waren Kinder.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten sowie den USA unterstützten Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi und den schiitischen Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

Nach UNO-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Hilfsorganisationen setzen die Zahl der Toten weit höher an. In dem Land herrscht der UNO zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit. (APA/AFP)