Letztes Update am Sa, 19.01.2019 06:27

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Anschlag

Kolumbiens Präsident: Haftbefehle gegen ELN-Guerilla wieder in Kraft

Am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf eine Polizeischule in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá 21 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Regierung machte die ELN für den Anschlag verantwortlich.

Präsident Ivan Duque setzte die Haftbefehle gegen die ELN-Guerilla wieder in Kraft.

© Colombian PresidencyPräsident Ivan Duque setzte die Haftbefehle gegen die ELN-Guerilla wieder in Kraft.



Havanna – Nach dem schweren Bombenanschlag mit 21 Toten auf eine Polizeiakademie in Kolumbien hat die Regierung harte Maßnahmen gegen die linke Guerillaorganisation ELN angekündigt. Die im Zuge der Friedensgespräche ausgesetzten Haftbefehle gegen die Führungsriege der Rebellengruppe würden wieder in Kraft gesetzt, sagte Präsident Iván Duque am Freitag.

Er bat alle Staaten um die Festnahme der ELN-Kommandanten. Die Mitglieder des ELN-Oberkommandos halten sich auch immer wieder in Kuba auf.

21 Todesopfer bei Anschlag

„Wir werden nicht ruhen, bis wir alle Täter und Drahtzieher zur Rechenschaft gezogen haben“, sagte Duque. Der Attentäter, ein langjähriges Mitglied und Sprengstoffexperte der ELN, kam bei dem Anschlag ums Leben. Ein Verdächtiger wurde nach dem Attentat in Bogotá festgenommen.

Am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf eine Polizeischule in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá 21 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Kurz nach einer Zeremonie zur Beförderung von Kadetten hatte ein Mann ein mit Sprengstoff beladenes Auto auf das Gelände der Polizeiakademie General Santander im Süden der Millionenmetropole gefahren und zur Detonation gebracht. Die Regierung machte die ELN für den Anschlag verantwortlich.

Kuba hält Zukunft von ELN-Kommandenten offen

Kuba möchte sich zu den Haftbefehlen gegen Kommandanten der kolumbianischen Guerillaorganisation ELN mit den Verhandlungsparteien und weiteren Ländern besprechen. „Kuba wird die zwischen der Regierung (Kolumbiens) und der ELN unterzeichneten Protokolle für den Friedensdialog streng einhalten, einschließlich des Protokolls für den Fall der Unterbrechung der Verhandlungen“, schrieb der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter. (APA/AFP/dpa)

Bei einem Anschlag auf Polizeischüler kamen 21 Menschen ums Leben. Kollegen trauern.
Bei einem Anschlag auf Polizeischüler kamen 21 Menschen ums Leben. Kollegen trauern.
- AFP