Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


Vietnamkrieg

Friedenspreis an „Napalm-Girl“: Ihr Bild ging um die Welt

Ein Kriegsreporter fotografierte, wie die damals Neunjährige nach dem Napalm-Angriff nackt und schreiend vor Schmerzen über eine Straße läuft, im Hintergrund dicker Qualm. Heute will Kim Phuc Phan Thi Frieden stiften.

Kim Phuc bei einer Veranstaltung vor drei Jahren. Im Hintergrund das berühmte Foto, auf dem sie als Neunjährige flüchtet.

© JIJI PRESSKim Phuc bei einer Veranstaltung vor drei Jahren. Im Hintergrund das berühmte Foto, auf dem sie als Neunjährige flüchtet.



Dresden – „Ich wollte sterben“, sagt Kim Phuc Phan Thi. Die zierliche Vietnamesin mit schwarzem Pagenkopf und großen dunklen Augen schluckt, als sie sich erinnert. Am 8. Juni 1972 war in ihrem Dorf Trang Bang Feuer vom Himmel gefallen. Ein Kriegsreporter fotografierte, wie die Neunjährige nach dem Napalm-Angriff nackt und schreiend vor Schmerzen über eine Straße läuft, im Hintergrund dicker Qualm. Das mit dem Pulitzer-Preis gekrönte Bild ging um die Welt als Symbol des Vietnamkriegs – und trug zum Umdenken in der US-Bevölkerung bei.

„Wenn ich allein bin, meide ich das Bild“, sagt die 55-Jährige. „Aber ich kann damit für den Frieden arbeiten, das ist meine Vision.“ Seit Jahren engagiert sie sich für Versöhnung und kümmert sich mit einer eigenen Stiftung um Kinder aus Kriegsgebieten. Phuc, die in Kanada politisches Asyl erhalten hat, reist als UNO-Botschafterin um die Erde, obwohl ihre Narben auch viereinhalb Jahrzehnte und unzählige Operationen später noch schmerzen. Für ihre Arbeit erhielt Phuc am Montagabend den mit 10.000 Euro dotierten Dresdner Friedenspreis. (dpa)