Letztes Update am Mo, 11.03.2019 06:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bericht

Syrische Kinder wollen Wiederaufbau mitgestalten

Kurz vor dem achten Jahrestag des Krieges hat die Organisation Save the Children Kinder aus Syrien befragt. Trotz Angst, Verzweiflung und fehlender Bildung blickt die Mehrheit der Kinder optimistisch in die Zukunft.

Viele syrische Kinder kennen nichts anderes als Krieg. Die Mehrheit von ihnen ist dennoch optimistisch. Das Bild zeigt Kinder nach einem Bombenanschlag in einem provisorischen Krankenhaus in Douma.

© AFPViele syrische Kinder kennen nichts anderes als Krieg. Die Mehrheit von ihnen ist dennoch optimistisch. Das Bild zeigt Kinder nach einem Bombenanschlag in einem provisorischen Krankenhaus in Douma.



Damaskus – Gewalt, zerrissene Familien und fehlende Bildung: Acht Jahre Krieg in Syrien haben das Leben der Kinder in dem Land massiv geprägt. Sie leiden unter Ängsten und Traurigkeit, hoffen zugleich aber auf eine bessere Zukunft: Das zeigt ein Bericht von Save the Children, den die Kinderrechtsorganisation kurz vor dem achten Jahrestag des Konflikts am 15. März und anlässlich der am Dienstag beginnenden Brüsseler Syrien-Konferenz veröffentlichte.

Der Bericht „A Better Tomorrow: Syria‘s Children Have Their Say“ stützt sich auf die Befragung von 365 Kindern und Jugendlichen in vier kriegszerstörten Provinzen. Mehr als ein Drittel von ihnen fühlt sich „immer oder häufig“ unsicher, verzweifelt und allein; die Hälfte beschreibt die Trennung von Familienmitgliedern, die Zerstörungen sowie den mangelnden Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten als „sehr ernste“ Herausforderung.

Der Optimismus bleibt

Dennoch bleibt die Mehrheit der Kinder optimistisch und möchte den Wiederaufbau des Landes mitgestalten. In ihren Berufswünschen spiegeln sich die Kriegserfahrungen wider: „Ich will Ingenieurin werden, um Häuser für die Menschen zu bauen“, sagt etwa eine 14-Jährige. Die in der Befragung am häufigsten genannten Berufswünsche sind Arzt oder Lehrer.

„Mehr als vier Millionen Kinder in Syrien kennen nur Krieg und haben Dinge erlebt, die kein Kind erleben sollte“, erklärte die Geschäftsführerin von Save the Children, Susanna Krüger. Dennoch seien sie „immer noch voller Hoffnung und entschlossen, ihr Land in eine bessere Zukunft zu führen“. „Sie fordern Frieden, Stabilität und Bildung“. Krüger forderte die Teilnehmer der Brüsseler Konferenz auf, den Kindern zuhören und dazu beitragen, dass sie „eine Zukunft haben“.

So müssten Geber und Regierungen die besonderen Bedürfnisse von Kindern bei Hilfsmaßnahmen berücksichtigen und Projekte langfristig finanzieren. Schulen müssten zu sicheren Orten werden. Die Staatengemeinschaft müsse die Voraussetzungen für ein Ende des Konflikts schaffen und dafür sorgen, dass diejenigen, die internationales Recht gebrochen haben, zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Save the Children. (APA/AFP)