Letztes Update am Mo, 11.03.2019 13:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland

Attentat auf St. Petersburger U-Bahn: Prozess begonnen

Für den Anschlag auf eine U-Bahn in St. Petersburg im April 2017 müssen sich elf mutmaßliche Komplizen des toten Hauptverdächtigen seit Montag vor Gericht verantworten.

Der Prozess wegen des Terroranschlags auf eine U-Bahn in St.Petersburg am 3.April 2017 beschäftigt seit Montag die Justiz.

© AFPDer Prozess wegen des Terroranschlags auf eine U-Bahn in St.Petersburg am 3.April 2017 beschäftigt seit Montag die Justiz.



St. Petersburg – Fast zwei Jahre nach dem Anschlag auf die U-Bahn in St. Petersburg mit 15 Todesopfern hat der Prozess gegen elf Angeklagte begonnen. Wie das Militärgericht St. Petersburg am Montag mitteilte, handelt es sich bei den Angeklagten um die mutmaßlichen Komplizen des Hauptverdächtigen.

Die russischen Behörden hatten den 22-jährigen Akbarschon Dschalilow als Attentäter ausgemacht, der bei dem Anschlag getötet wurde. Am 3. April 2017 explodierte eine Bombe in einem U-Bahn-Waggon, als dieser sich zwischen zwei Stationen in der Innenstadt von St. Petersburg befand. Zu dem Attentat bekannte sich eine Gruppe mit Verbindungen zur radikalislamischen Terrororganisation Al-Kaida. Der Anschlag sollte als Warnung an Länder verstanden werden, die Krieg gegen Muslime führten. Damit war der Militäreinsatz Russlands im Syrien-Konflikt gemeint.

Der mutmaßliche Attentäter Dschalilow hatte die russische Staatsbürgerschaft, kam aber ursprünglich aus Kirgistan. Der Anschlag reihte sich in eine Serie von Attentaten und Anschlagsversuchen ein, die St.Petersburg in den vergangenen Jahren heimsuchte.

Im Dezember 2017 verletzte eine Bombe, die in einem Supermarkt explodierte, 18 Menschen. Als tatverdächtig gilt ein psychisch kranker Mann, der derzeit auf seinen Prozess wartet. Ebenfalls im Jahr 2017 verhaftete der russische Inlandsgeheimdienst FSB mutmaßliche Mitglieder einer Zelle der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Sie sollen geplant haben, die Kasaner Kathedrale, eine der Hauptsehenswürdigkeiten in St. Petersburg, in die Luft zu sprengen. (APA)