Letztes Update am Mo, 25.03.2019 10:50

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israel

Verletzte bei Raketenangriff auf Israel: Truppen an Gaza-Grenze verlegt

Die Rakete hatte ein Haus nördlich von Tel Aviv direkt getroffen. Ministerpräsident Netanyahu kündigte „eine entschiedene israelische Reaktion“ an.

Palästinenser protestieren an der Grenze zu Isreal im Gazastreifen.

© AFPPalästinenser protestieren an der Grenze zu Isreal im Gazastreifen.



Gaza/Tel Aviv – In Israel sind am Montag sieben Menschen verletzt worden, als ein Haus in der Ortschaft Mishmeret nördlich von Tel Aviv von einer Rakete getroffen wurde. Die israelische Armee erklärte, das Geschoß sei aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Nach dem Angriff verlegte Israel weitere Truppen in die Nähe des Palästinensergebiets am Mittelmeer.

Eine israelische Armeesprecherin sagte am Montag, man wolle zwei Brigaden entsenden, Infanterie und Panzer. Außerdem solle eine begrenzte Anzahl von Reservisten in verschiedenen Einheiten für spezifische Aufgaben einberufen werden.

Vier Erwachsene und drei Kinder verletzt

Die Rakete hatte ein Haus in Mishmeret nördlich von Tel Aviv direkt getroffen, sagte die Sprecherin. Das Gebäude geriet nach Polizeiangaben nach dem Raketeneinschlag in Brand und wurde vollständig zerstört. Verletzt wurden vier Erwachsene und drei Kinder, wie das behandelnde Krankenhaus mitteilte. Eins der Kinder ist erst sechs Monate alt. Sechs der Verletzten gehörten alle zu einer Familie. Sie erlitten den Angaben zufolge leichte Brandverletzungen und wurden durch Raketensplitter verletzt.

Mishmeret liegt rund 20 Kilometer nördlich von Tel Aviv und rund 100 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Militante Palästinenser feuern häufig Raketen auf das Grenzgebiet um den Gazastreifen ab. Es ist jedoch ungewöhnlich, dass ein Geschoß so weit entfernt von dem Küstenstreifen einschlägt. Eine palästinensische Stellungnahme zu dem Angriff gab es zunächst nicht.

Die Armeesprecherin sagte, es handle sich um eine von der im Gazastreifen herrschenden Hamas selbst hergestellte Rakete. Sie habe eine Reichweite von rund 120 Kilometern. „Die Hamas hat diese Rakete abgefeuert“, sagte die Sprecherin. „Wir sehen die Hamas als verantwortlich für alles, was im Gazastreifen passiert.“ Berichte, denen zufolge das Geschoß möglicherweise versehentlich abgefeuert wurde, wollte sie nicht kommentieren.

Auf die Frage, warum die israelische Raketenabwehr „Iron Dome“ (Eisenkuppel) die Rakete nicht abgefangen hat, sagte die Sprecherin: „‘Iron Dome‘ beschützt nur die Gebiete, in denen es aufgestellt ist.“

Netanyahu verkürzt USA-Besuch

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sprach von einem abscheulichen Verbrechen, auf das eine entschiedene israelische Reaktion folgen werde. Netanyahu hält sich derzeit in Washington auf, wo er am Montag mit US-Präsident Donald Trump zusammenkommen wollte. Wegen des Angriffs werde er seinen USA-Besuch abkürzen, kündigte Netanyahu an. Nach dem Treffen mit Trump wollte er umgehend nach Israel zurückkehren, „um die Einsätze aus der Nähe zu leiten“. Eine geplante Rede vor der proisraelischen US-Lobbygruppe AIPAC sagte er deshalb ab.

Für weiteren Zündstoff dürfte das Vorhaben Trumps sorgen, die Zugehörigkeit der annektierten Golanhöhen zu Israel anzuerkennen. Israelischen Regierungsangaben zufolge will Trump am Montag im Beisein Netanyahus ein entsprechendes Dekret unterzeichnen. Israel hatte die syrische Region im Sechstagekrieg 1967 besetzt und 1981 dann annektiert. International wird dies nicht anerkannt. (APA/Reuters/dpa/AFP)