Letztes Update am Di, 26.03.2019 14:48

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezuela

Neuer Stromausfall in weiten Teilen von Krisenland Venezuela

In der Hauptstadt Caracas und zahlreichen Bundesstaaten waren die Menschen am Montag zeitweise ohne Strom. Staatschef Maduro machte wie schon bei dem tagelangen Stromausfall Anfang März einen Angriff auf die Infrastruktur des Landes verantwortlich.

Erneut ist in Venezuela der Strom ausgefallen.

© AFPErneut ist in Venezuela der Strom ausgefallen.



Caracas – Ein erneuter Stromausfall in Venezuela hat am Montag weite Teile des Landes über Stunden in Dunkelheit gehüllt. Auch die Hauptstadt Caracas und deren Flughafen waren betroffen. Am Abend gab es im Großstadtgebiet aber vielerorts wieder Licht.

Die Regierung des linksnationalistischen Staatschefs Nicolás Maduro machte wie schon bei dem tagelangen Stromausfall Anfang März einen Angriff auf die Infrastruktur des Landes verantwortlich.

In anderen Regionen des Landes fiel der Strom ebenfalls aus, wie Einwohner in Städten wie Barquisimeto, Barcelona, Ciudad Bolívar und Barinas im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilten. In Maracaibo war die Stromversorgung demnach unbeständig. Das Licht gehe „an und wieder aus“, schrieben Twitter-Nutzer.

Maduro spricht von Cyberattacken der USA

Kommunikationsminister Jorge Rodríguez sagte im Staatsfernsehen, der „Angriff“ habe erneut dem wichtigen Wasserkraftwerk Guri gegolten. Dieses versorgt etwa vier Fünftel der 30 Millionen Venezolaner mit Strom. Der Minister fügte hinzu, während es beim letzten Mal Tage gedauert habe, die Stromversorgung wiederherzustellen, sei es diesmal in „Rekordzeit“, nämlich in wenigen Stunden, bewerkstelligt worden.

Vor zweieinhalb Wochen hatte der folgenschwerste Stromausfall in der Geschichte Venezuelas das südamerikanische Land fast eine Woche lang lahmgelegt. Maduro gab dafür Cyberattacken der USA sowie der rechten Opposition um den Parlamentsvorsitzenden Juan Guaidó die Schuld. Maduros Gegner werfen der Regierung hingegen vor, nicht ausreichend in den Unterhalt der Infrastruktur zu investieren.

Guaidó hatte sich im Jänner zum Übergangspräsidenten Venezuelas erklärt und den seit 2013 regierenden Maduro offen herausgefordert. Er wird in seinem Versuch, Maduro zu entmachten, von den USA sowie rund 50 weiteren Staaten, darunter Österreich, unterstützt. (APA/AFP)