Letztes Update am Di, 02.04.2019 10:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Tötung

Saudi-Arabien zahlt Millionen an Entschädigungen an Kashoggi-Kinder

Jedes der vier Kinder des getöteten Jamal Khashoggi habe ein Haus in der saudi-arabischen Küstenstadt Jeddah im Wert von bis zu 3,6 Millionen Euro bekommen, berichtet die Washington Post.

Der Journalist Jamal Khashoggi wurde 2018 getötet.

© AFPDer Journalist Jamal Khashoggi wurde 2018 getötet.



Riad – Saudi-Arabien entschädigt einem Medienbericht zufolge die Kinder des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi mit Luxusvillen und monatlichen Zahlungen. Die Washington Post berichtete am Montag, jedes der vier Kinder Khashoggis habe ein Haus in der saudi-arabischen Küstenstadt Jeddah im Wert von bis zu vier Millionen Dollar (3,6 Millionen Euro) bekommen.

Die zwei Söhne und zwei Töchter würden zudem monatlich mindestens 10.000 Dollar erhalten. Die saudi-arabische Führung wolle eine langfristige Übereinkunft mit der Familie des ermordeten Regierungskritikers finden, berichtet die Washington Post, für die Khashoggi einst geschrieben hatte. Damit solle unter anderem sichergestellt werden, dass die Familie sich weiterhin mit öffentlichen Äußerungen zu dem Fall zurückhalte.

In USA lebende Kinder verkaufen Luxusvillen

Dem Bericht zufolge will Khashoggis ältester Sohn Salah weiter in dem Königreich leben. Die anderen Kinder leben in den USA und dürften die Luxushäuser verkaufen, schreibt die Washington Post.

Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul ermordet worden. Erst nach wochenlangen Dementis räumte Riad unter internationalem Druck ein, dass der Regierungskritiker von saudi-arabischen Agenten getötet wurde. Die Führung des Königreichs spricht aber von einem aus dem Ruder gelaufenen Einsatz zur Festnahme des Journalisten, der in den USA im Exil lebte.

Viele Fragen in dem Fall sind weiter ungeklärt, etwa die Rolle von Saudi-Arabiens mächtigem Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der US-Senat machte den Thronfolger auf Grundlage von Geheimdiensterkenntnissen für Khashoggis Tod verantwortlich. US-Präsident Donald Trump weigert sich dagegen, öffentlich Stellung gegen den mächtigen Verbündeten zu beziehen. (APA/AFP)