Letztes Update am Do, 11.04.2019 15:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Libyen

Mehr als 50 Tote bei Gefechten in Tripolis, Küstenwache weiter aktiv

Seit dem Beginn der Offensive des abtrünnigen Generals Haftar auf Tripolis kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die libysche Küstenwache hat indes 20 Migranten im Mittelmeer gerettet und zurückgeführt.

Ein regierungstreuer Soldat im Süden von Tripolis.

© AFPEin regierungstreuer Soldat im Süden von Tripolis.



Tripolis – Seit Beginn der Kämpfe um die libysche Hauptstadt Tripolis vor einer Woche sind mindestens 56 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien auch zwei Ärzte gewesen, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag mit. Mindestens 266 Menschen seien in den vergangenen Tagen bei den Kämpfen verletzt worden.

Vergangenen Donnerstag hatte der mächtige General Khalifa Haftar seinen Truppen den Vormarsch auf die Hauptstadt Tripolis befohlen. Die dortige von den UN unterstützte Einheitsregierung ordnete eine Gegenoffensive an. Vor allem im Süden der Hauptstadt hatte es in den vergangenen Tagen heftige Gefechte gegeben. Der einzig verbliebene Flughafen von Tripolis wurde angegriffen und stellte seinen Betrieb zeitweise ein.

Flüchtlinge: Libysche Küstenwache weiter aktiv

Entgegen anderslautender Berichte ist die libysche Küstenwache weiter aktiv beim Aufspüren und Rückführen von Bootsflüchtlingen. 20 Migranten wurden am Mittwcoh gerettet und nach Libyen zurückgebracht. Dies bestätigte der italienische Innenminister Matteo Salvini. Laut der Hilfsorganisation Alarm Phone, die Seenotfälle meldet, waren die Flüchtlinge am Mittwoch in Seenot geraten und hatten um Hilfe gebeten.

Alarm Phone kritisierte, dass die 20 Personen in ein Kriegsgebiet zurückgeführt worden seien. „Es ist eine Schande, dass diese illegale und unmenschliche Abschiebung in der Öffentlichkeit nur Desinteresse hervorruft“, twitterte die Hilfsorganisation.

Einer der 20 Migranten hatte sich mit Alarm Phone in Verbindung gesetzt und um Hilfe gebeten. Die NGO Sea Watch hatte die EU-Staaten beschuldigt, dem Migrantenboot nicht helfen zu wollen. Neben den 20 Migranten waren am Mittwoch auch acht Vermisste gemeldet worden. „Das Boot befindet sich vor Libyen, sehr weit von Italien entfernt“, hatte Salvini auf Facebook erklärt, um zu begründen, warum Italien sich nicht zuständig fühle. (APA/dpa)