Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 11.06.2019


Innsbruck-Land

„Alles fließt“ an der Salzstraße

Ein Leitungszusammenschluss mit Inzing erhöht die Versorgungssicherheit in Hatting.

Eine gute Kooperation: Wassermeister Georg Wild, Vize-BM Bernhard Brötz und BM Dietmar Schöpf (alle Hatting) mit BM Sepp Walch, Vize-BM Hartwig Oberforcher und Wassermeister David Eiterer (alle Inzing, v. l.).

© DomanigEine gute Kooperation: Wassermeister Georg Wild, Vize-BM Bernhard Brötz und BM Dietmar Schöpf (alle Hatting) mit BM Sepp Walch, Vize-BM Hartwig Oberforcher und Wassermeister David Eiterer (alle Inzing, v. l.).



Von Michael Domanig

Inzing, Hatting – Es ist ein Projekt aus einem Guss: Stolz präsentierten Vertreter der Gemeinden Hatting und Inzing dieser Tage eine, wie der Hattinger Bürgermeister Dietmar Schöpf meinte, „bemerkenswerte, nicht alltägliche Kooperation, noch dazu in einem sensiblen Bereich wie dem Trinkwasser“.

Zum Hintergrund: In Hatting ist aktuell der Neubau des Trinkwasser-Hochbehälters mit einem Fassungsvermögen von 500 m3 im Gange. „Im Vorfeld haben wir uns überlegt, wie wir die Trinkwasserversorgung im Dorf noch besser absichern können“, berichtet Schöpf. „Das Hattinger Trinkwasser ist eine Mischung aus Grund- und Quellwasser. Ziel ist es, den Quellwasseranteil zu erhöhen, dadurch auch die Grundwasserpumpe zu entlasten – und so zugleich Strom einzusparen.“ Um das zu erreichen, werden zum einen zwei Quellen am Hattingerberg gefasst. Zum anderen trennen nur rund 600 Meter Luftlinie das Hattinger Trinkwassersystem von jenem in Inzing. Also fragte man in der Nachbargemeinde an, ob diese sich einen Leitungszusammenschluss vorstellen könne.

Dort gab es keine langen Diskussionen: „Wir haben in den letzten fünf Jahren massiv in die Trinkwasserversorgung investiert und sind außerdem mit sehr viel Wasser gesegnet“, erklärt Inzings Bürgermeister Sepp Walch. Also wurde „in gutnachbarschaftlicher Art“ vereinbart, 600 Meter Verbindungsleitung bis zum Inzinger Weiler Toblaten zu graben und die Systeme zu verbinden.

Das bedeutet: Wenn Inzing Überwasser hat (und nur dann), kann dieses in Hatting eingespeist werden. Als Richtwert wurden dafür ca. zwei Sekundenliter vereinbart. Derzeit sprudeln von der Inzinger Alm im Schnitt satte 40 Sekundenliter ins Tal.

Das Inzinger Quellwasser sei für Hatting künftig ein „drittes Standbein“ neben eigenem Quell- und Grundwasser, freut sich Schöpf, auch die Löschwasserreserven profitieren. Zugleich kann der Inzinger Weiler Toblaten im Notfall aus Hatting versorgt werden – es gibt also auch eine Absicherung in die Gegenrichtung.

Preislich einigte man sich auf 40 % des gemittelten Wasserzinses beider Gemeinden – derzeit liegt dieser sowohl in Hatting als auch in Inzing bei einem Euro pro Kubikmeter.

Die Verbindungsleitung kostet rund 320.000 Euro, Förderungen kommen von Land und Bund. Die Investitionssumme für das Gesamtprojekt in Hatting – mit neuem Hochbehälter samt Erneuerung der Zuleitungen – beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro.