Letztes Update am Mo, 24.06.2019 00:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Toter und Verletzte bei Houthi-Angriff auf Flughafen in Saudi-Arabien

Vom Iran unterstützte jemenitische Houthi-Rebellen griffen am Sonntag mit einer Drohne den Flughafen von Abha an. Der US-Außenminister reist inmitten erhöhterSpannungen mit dem Iran nach Saudi-Arabien und in die Emirate.

Ziel des Angriffs war der Flughafen in Abha.

© AFPZiel des Angriffs war der Flughafen in Abha.



Abha – Bei einem Angriff der jemenitischen Houthi-Rebellen auf einen Flughafen im benachbarten Saudi-Arabien sind nach Militärangaben am Sonntag ein Mensch getötet und mindestens sieben weitere verletzt worden.

Es handle sich um einen „terroristischen Angriff“ auf den internationalen Flughafen von Abha im Südwesten des Landes, der täglich von tausenden Passagieren genutzt werde, erklärte ein Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, die im Jemen gegen die Houthi-Rebellen kämpft. Demnach wurde der Angriff mit einer Drohne ausgeführt.

Bei dem Toten handelt es sich demnach um einen Syrer. Weitere Angaben zur Art des Angriffs machte die Militärkoalition nicht. Die Houthis hatten zuvor über ihren Fernsehsender Al-Masirah Drohnen-Angriffe auf die Flughäfen Abha und Jizan verkündet.

Die Rebellen hatten in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf das benachbarte Königreich verstärkt. Mehrere Drohnen und Raketen wurden abgefangen. Vor eineinhalb Wochen wurden bei einem Angriff auf den Flughafen von Abha 26 Zivilisten verletzt.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi und den schiitischen Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UNO-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. 3,3 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.

Pompeo will über Iran-Konflikt sprechen

US-Außenminister Mike Pompeo will unterdessen in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten Gespräche über den Iran-Konflikt führen. Er kündigte am Sonntag in Washington an, in den beiden Ländern vor seinem für Dienstag geplanten Besuch in Indien Station zu machen. Es gehe darum, sicherzustellen, „dass wir alle strategisch auf einer Linie liegen“, sagte Pompeo.

Saudi-Arabien und die Emirate seien „großartige Verbündete in der Herausforderung, die der Iran darstellt“, sagte Pompeo. Er bekräftigte zugleich das Gesprächsangebot von US-Präsident Donald Trump an den Iran. Die USA seien zu Verhandlungen „ohne Vorbedingungen“ bereit.

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten in jüngster Zeit massiv zugenommen. Die iranischen Revolutionsgarden schossen am Donnerstag eine US-Aufklärungsdrohne ab. Trump erwog daraufhin einen militärischen Vergeltungsangriff, brach diesen aber kurzfristig ab. Am Montag sollen neue Sanktionen gegen den Iran verhängt werden. (APA/AFP)