Letztes Update am Di, 09.07.2019 20:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Politische Krise im Sudan: Internet nach einem Monat wieder an

Anfang Juni wurde das Internet im Sudan weitgehend abgeschaltet. International wurde dies scharf kritisiert. Nach einer Einigung zwischen dem Militär und der Opposition schalteten mehrere Provider das mobile Internet wieder an.

Machthaber Omar al-Bashir regierte den Sudan drei Jahrzehnte lang mit harter Hand. Er wurde im April von den Streitkräften gestürzt. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen.

© AFPMachthaber Omar al-Bashir regierte den Sudan drei Jahrzehnte lang mit harter Hand. Er wurde im April von den Streitkräften gestürzt. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen.



Khartum – Nach einer Einigung im Sudan zwischen dem Militär und der Opposition ist das Internet weitgehend wieder angeschaltet worden. Kurz nachdem Sicherheitskräfte Anfang Juni gewaltsam eine Sitzblockade in der Hauptstadt Khartum aufgelöst hatten, wurde das Internet im Land weitgehend abgeschaltet.

Das mobile Internet funktionierte quasi gar nicht und nur wenige Orte hatten WIFI. International wurde dies scharf kritisiert.

Am Dienstag schaltete Zain, einer der am weitest verbreiteten Internet-Provider im Sudan, das mobile Internet wieder an, wie ein führender Mitarbeiter sagte. Nutzer im Sudan bestätigten dies. Auch weitere Provider wie MTN und Sudani funktionierten demnach wieder. Letztere wurden per Gerichtsbeschluss aufgefordert, den Internetdienst wieder herzustellen.

Im April wurde Präsident Omar al-Bashir nach 30 Jahren an der Macht vom Militär gestürzt. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste und eine Sitzblockade in Khartum vorausgegangen. Daraufhin rangen das Militär und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Am 3. Juni töteten Sicherheitskräfte bei der Auflösung der Sitzblockade mehr als 120 Menschen. Das Internet wurde dem Militärrat zufolge danach aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Allerdings hatte die Opposition vor allem durch Soziale Medien die Proteste organisiert. Vergangene Woche einigten sich dann das Militär und die zivile Opposition auf eine gemeinsame Übergangsregierung, die den Weg für Neuwahlen in drei Jahren ebnen soll. (APA/dpa)

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