Letztes Update am Do, 01.08.2019 12:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Mögliche Optionen für Militäreinsatz in der Straße von Hormuz

Die Straße von Hormuz ist eine für den Rohöl-Handel wichtige Schifffahrtsroute. Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen dem Iran und den USA sowie nach Zwischenfällen mit Tankern wird über eine Militärmission zum Schutz des Schiffsverkehrs in der Meeresenge diskutiert.

Wegen der Spannungen zwischen dem Iran und den USA und den Zwischenfällen mit Tankern wird über eine Militärmission in der Straße von Hormuz diskutiert.

© MIZAN NEWS AGENCYWegen der Spannungen zwischen dem Iran und den USA und den Zwischenfällen mit Tankern wird über eine Militärmission in der Straße von Hormuz diskutiert.



Option 1: Einsatz unter Führung oder mit Unterstützung der USA

Ein US-geführter Einsatz ist von den amerikanischen Streitkräften bereits in die Wege geleitet worden, die Operation „Sentinel“ (Wache). Die USA suchen dafür aber noch Verbündete. Die deutsche Bundesregierung will sich daran nicht beteiligen, weil sie die von US-Präsident Donald Trump verfolgte Iran-Politik des „maximalen Drucks“ nicht unterstützen will und befürchtet, in einen Krieg mit dem Iran hineingezogen zu werden.

Option 2: Rein europäischer Einsatz ohne die USA

Das hatte vor gut einer Woche der damalige britische Außenminister Jeremy Hunt vorgeschlagen, der nach dem Amtsantritt des neuen Premierministers Boris Johnson abgelöst wurde. Die neu formierte britische Regierung ist von Hunts Vorschlag abgerückt und will nun gemeinsame Sache mit den USA machen. In der CDU/CSU in Berlin gibt es aber immer noch große Sympathien für eine rein europäische Mission. Wie solch ein Einsatz neben dem geplanten US-Einsatz Sinn ergeben soll, ist allerdings unklar. Zudem könnte es rechtliche Probleme geben, da Bundeswehrsoldaten im Ausland eigentlich nur im Rahmen internationaler Organisationen wie der EU, der NATO oder den Vereinten Nationen eingesetzt werden dürfen.

Option 3: Einsatz der Europäischen Union

Bei einem offiziellen EU-Einsatz wären die rechtlichen Einwände ausgeräumt. Bisher gibt es auf EU-Ebene allerdings keinerlei Planungen für einen solchen Einsatz. Dies hat auch damit zu tun, dass die EU in dem Konflikt weiter als Vermittler agieren will. Würde sie gegen den Willens des Irans einen Militäreinsatz in der Region starten, wäre das nicht mehr möglich. Zudem ist fraglich, ob alle EU-Staaten einem solchen Einsatz zustimmen würden.

Option 4: Einsatz der NATO

Ein NATO-Einsatz wäre theoretisch möglich. Dagegen spricht aber auch hier, dass alle Mitgliedstaaten zustimmen müssten. Zudem sind die Planungen für einen NATO-Einsatz wesentlicher aufwendiger als die für einen US-Einsatz, dem sich Partner anschließen können. „Es gab bisher keine Anfrage für einen NATO-Einsatz im Golf“, betonte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch. (dpa)

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