Letztes Update am Fr, 02.08.2019 12:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikt mit Nordkorea

Dritter Raketentest von Nordkorea in einer Woche: Trump unbesorgt

220 Kilometer weit sind Raketen geflogen, die in Nordkorea abgeschossen wurden. Die USA sprechen dennoch von Kurzstreckenraketen und sehen kein Problem.

Eine Nachbildung von nordkoreanischen und südkoreanischen Raketen bei einem Kriegsdenkmal in Seoul.

© AFPEine Nachbildung von nordkoreanischen und südkoreanischen Raketen bei einem Kriegsdenkmal in Seoul.



Seoul – Nordkorea hat am Freitag binnen einer Woche zum dritten Mal Raketen getestet, doch US-Präsident Donald Trump zeigte sich deshalb nicht besorgt. „Es waren Kurzstreckenraketen“, sagte der Republikaner in Washington. Er habe zu diesen Reichweiten keine Vereinbarung mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un getroffen. „Ich habe kein Problem. Wir werden sehen, was passiert.“

Das südkoreanische Militär teilte mit, die beiden Raketen seien rund 220 Kilometer weit geflogen und hätten eine Höhe von 25 Kilometern erreicht. Der Regierung in Seoul zufolge handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ballistische Kurzstreckenraketen eines neuen Typs. Die Staaten der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (ASEAN), die derzeit in Bangkok auf Außenministerebene tagen, äußerten sich besorgt, dass die Tests einen negativen Einfluss auf den Dialog mit Nordkorea haben könnten.

Abrüstung Nordkoreas erscheint immer fraglicher

Die Raketen wurden nach Angaben des südkoreanischen Militärs von Yonghung aus abgefeuert und stürzten ins Meer. Mit den Tests wachsen die Zweifel, ob die geplanten Gespräche zwischen Nordkorea und den USA über eine vollständige atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel stattfinden. Eine Wiederbelebung solcher Gespräche hatten Trump und Kim bei ihrem Treffen am 30. Juni verabredet. Auf die Frage, ob Kim ausloten wolle, wie weit er gehen könne, sagte Trump: „Ich denke, es ist absolut unter Kontrolle.“

US-Außenminister Mike Pompeo, der am Gipfel der südostasiatischen Staaten in Bangkok teilnahm, sagte, der diplomatische Prozess sei zwar etwas holprig. Doch die Gespräche mit Nordkorea gingen weiter. Die UNO-Sanktionen gegen das Land blieben vollständig in Kraft. Er sei enttäuscht, dass sein nordkoreanischer Kollege seine Teilnahme am ASEAN-Gipfel abgesagt habe. „Das hätte uns die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen gegeben.“ Er hoffe, dass es nicht zu lange dauern werde, bis er dazu die Gelegenheit habe.

„Ich habe kein Problem. Wir werden sehen, was passiert.“
US-Präsident Donald Trump

Muskelspiel in Pjöngjang

Doch das international weitgehend isolierte Nordkorea stößt sich an den für August geplanten gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkoreas. Vermutlich will Kim Jong-un zudem kurz vor dem ersten Besuch des neuen US-Verteidigungsministers Mark Esper in Südkorea in diesem Monat die Muskeln spielen lassen.

Die japanische Regierung erklärte, die nordkoreanischen Raketentests hätten keine Auswirkung auf die nationale Sicherheit. Keines der Geschoße habe japanische Gebiete erreicht.

Die thailändische Regierung, die Gastgeberin des ASEAN-Gipfels ist, erklärte, die südostasiatischen Staaten unterstützten die Bemühungen um Frieden und eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Sollte es hier zu keiner Vereinbarung kommen, müssten die Sanktionen gegen Nordkorea aufrechterhalten werden. (APA, Reuters)

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