Letztes Update am Mo, 19.08.2019 09:13

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brasilien

Streit um Regenwald: Bolsonaro kritisiert Norwegens Walfang

Norwegen hatte in der vorigen Woche angekündigt, Finanzhilfen an Brasilien zum Schutz des Amazonasurwalds wegen der beschleunigten Abholzung auf Eis zu legen. Bolsonaro reagierte verärgert.

Jair Bolsonaro.

© Reuters/Adriano MachadoJair Bolsonaro.



Brasília – Im Streit über die Abholzung des Amazonasregenwaldes hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro nun Norwegen wegen seiner Walfangtradition angegriffen. Er postete dazu ein Video – das laut Presseberichten allerdings nicht aus Norwegen stammt, sondern von den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Norwegen hatte in der vorigen Woche angekündigt, Finanzhilfen an Brasilien zum Schutz des Amazonasurwalds wegen der beschleunigten Abholzung auf Eis zu legen. Bolsonaro reagierte verärgert. „Schauen Sie sich das von Norwegen geförderte Gemetzel an den Walen an“, schrieb er auf Twitter zu einem Video. Laut einem Bericht der Zeitung Folha de São Paulo zeigt das Video allerdings den von Tierschützern viel kritisierten Grindwalfang auf den Färöern, bekannt auch als Grindadráp.

Nach Angaben von Umweltschützern hat die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet im vergangenen Jahr um 15 Prozent zugenommen. Zwischen August 2018 und Juli 2019 seien 5054 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden, teilte die Nichtregierungsorganisation Imazon vorigen Freitag mit. Deutschlands Umweltministerin Svenja Schulze hatte zuvor angekündigt, Fördermittel ihres Hauses auf Eis zu legen. Daraufhin sagte Bolsonaro, Bundeskanzlerin Angela Merkel solle „die Knete“ nehmen, um damit Deutschland aufzuforsten. (dpa)