Letztes Update am Sa, 24.08.2019 07:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Nordkorea feuerte erneut „nicht identifizierte Geschoße“ ab, Trump gelassen

Das Militär des international isolierten Landes Nordkorea habe Samstag früh (Ortszeit) zwei Raketen von der östlichen Stadt Sondok aus abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. US-Präsident Donald Trump spielt die Bedeutung des Tests herunter.

Offensichtlich hat Nordkorea erneut zwei Raketen getestet.

© AFP/KCNA VIA KNSOffensichtlich hat Nordkorea erneut zwei Raketen getestet.



Seoul, Pjöngjang – Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas erneut zwei „nicht identifizierte Geschoße“ abgefeuert. Die Geschoße seien vor der Ostküste des Landes im Meer gelandet, meldete das südkoreanische Militär Samstag früh. Das Präsidialamt in Seoul berief ein Treffen des Nationalen Sicherheitsrats ein.

Die beiden Flugkörper seien aus der Gegend um Sondok in das Meer vor der Ostküste des Landes abgeschossen worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärkreise. Die japanische Küstenwache erklärte, sie habe den Abschuss ballistischer Raketen aus Nordkorea registriert.

Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen bei Tests mehrfach ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. Pjönjang kritisierte auch gemeinsame Militärmanöver Südkoreas mit dem USA. Am Freitag bezeichnete Pjöngjang US-Außenminister Mike Pompeo als „unverbesserliches Gift“. Pompeo hatte zuvor betont, die USA würden Nordkorea weiterhin mit „härtesten“ Sanktionen belegen, bis das Land atomar abrüste.

Die Gespräche zwischen den USA und Nordkorea über eine Denuklearisierung kommen derzeit nicht von der Stelle. Ein Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Februar war ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Trump spielte Bedeutung von Raketentest herunter

US-Präsident Donald Trump reagierte gelassen auf den neuerlichen Raketentest.

Kurz vor seinem Abflug zum G-7-Gipfel in Frankreich bemühte sich der US-Präsident in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) in Washington, die Bedeutung des Raketentests herunterzuspielen. „Er testet gerne Raketen“, sagte Trump mit Blick auf Kim. Andere Staaten täten das auch. Die USA hätten selbst erst vor einigen Tagen einen Raketentest durchgeführt.

Auch bisher hatte sich Trump zurückhaltend zu den nordkoreanischen Raketentests geäußert. Er setzt darauf, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, mit dem er sich seit Juni 2018 bereits dreimal getroffen hat, die Verhandlungen über einen Rückbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wiederaufnehmen will.

Die USA hatten am vergangenen Wochenende von der kalifornischen Insel San Nicolas einen Marschflugkörper abgefeuert. Dieser erreichte nach Angaben des Pentagons sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise. Der Test wäre nach dem wichtigen INF-Abrüstungsabkommen mit Russland verboten gewesen. Das Abkommen gilt jedoch seit Anfang August nicht mehr.

Die nordkoreanischen Raketen seien Samstag früh etwa 380 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen. Es habe sich vermutlich erneut um zwei ballistische Kurzstreckenraketen gehandelt – und damit um den siebenten Test dieser Art seit Ende Juli.

Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind Nordkorea, das auch schon mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. (APA/dpa/AFP/Reuters)