Letztes Update am So, 22.09.2019 16:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Irans Außenminister Zarif: Krieg möglicherweise nicht vermeidbar

Es werde nicht der Iran sein, der einen Krieg beginnen werde, sagte Zarif. Er warnte jedoch, dass sich der Iran entschlossen wehren werde. Sein Land unterstütze eine unabhängige Untersuchung der Angriffe auf saudische Ölanlagen.

Der iranische Außenminister Javad Zarif.

© AFPDer iranische Außenminister Javad Zarif.



Teheran – Nach den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien und anhaltenden Drohungen der USA könnte ein Krieg im Nahen Osten dem iranischen Außenminister zufolge unvermeidbar sein. Im Gespräch mit dem US-Sender CBS sagte Mohammad Jawad Zarif auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, dass ein Krieg verhindert werden könne: „Nein. Nein, ich bin nicht zuversichtlich, dass wir Krieg vermeiden können.“

Es werde nicht der Iran sein, der einen Krieg beginnen werde, sagte Zarif einer am Sonntag veröffentlichen Mitschrift zufolge. Er warnte jedoch, dass sich der Iran entschlossen wehren werde. Es könne in solch einem Fall „keinen begrenzten Krieg“ geben, drohte er.

Zarif erklärte erneut, der Iran sei trotz gegenteiliger Vorwürfe der US-Regierung nicht der Urheber der Angriffe auf Ölanlagen vom 14. September. Der Iran würde eine unabhängige Untersuchung der Angriffe unter Führung der Vereinten Nationen unterstützen, erklärte Zarif. Eine unparteiische Untersuchung würde zu dem Schluss kommen, dass die Angriffe nicht vom Iran ausgegangen seien, erklärte der Minister. Zarif war anlässlich der UN-Vollversammlung in New York.

Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen bekannten sich zu den Angriffen. Nach Ansicht der US-Regierung wären die Rebellen jedoch gar nicht in der Lage gewesen, einen solch komplexen Angriff aus großer Entfernung alleine durchzuführen. Die Angriffe in Saudi-Arabien hatten Hoffnungen, dass es in New York zu einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem iranischen Kollegen Hassan Rouhani kommen könnte, zunichtegemacht. Trump sagte am Sonntag erneut, es sei nichts permanent ausgeschlossen, aber es gäbe derzeit „keine Pläne“ für ein Treffen mit dem Iran. (APA/dpa)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.