Letztes Update am Do, 31.10.2019 13:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Morde an Ureinwohnern erschüttern Kolumbien: Präsident schickt Truppen

Fünf Angehörige des Nasa-Volkes wurden von Dissidenten der FARC-Guerilla aus einem Auto heraus erschossen. Präsident Duque entsandte 2500 Soldaten in das Gebiet.

In der indigenen Gemeinschaft herrscht tiefe Trauer.

© AFPIn der indigenen Gemeinschaft herrscht tiefe Trauer.



Bogota – Nach der Ermordung von fünf Indigenen in Kolumbien hat Präsident Iván Duque den Einsatz von 2500 Soldaten in dem Gebiet angekündigt. Angehörige des Nasa-Volkes hatten am Dienstag in einem Reservat im südwestlichen Department Cauca Kontrollen durchgeführt, als Dissidenten der FARC-Guerilla in einem Auto heranfuhren und das Feuer eröffneten, teilte der Regionale Indigenenrat von Cauca (CRIC) mit.

Unter den Toten war demnach eine Anführerin der Nasa. Es gab zudem fünf Verletzte. Auch auf einen Krankenwagen, der die Opfer transportierte, sei geschossen worden. Die Nationale Indigenen-Organisation ONIC verurteilte die Angriffe scharf. In einer Mitteilung hieß es, die indigene Gemeinschaft in Kolumbien sei Opfer eines „Genozids“, für den Duques Regierung verantwortlich sei. Deren „Nichteinhaltung“ des Friedensabkommens mit der Farc habe zu den jüngsten Morden geführt. Insgesamt seien seit Beginn von Duques Amtszeit 125 Indigene getötet worden.

Nach dem historischen Friedensabkommen der kolumbianischen Regierung mit der FARC zur Beendigung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs Ende 2016 sind noch Gruppen von FARC-Dissidenten aktiv, die das Abkommen ablehnen. Im August kündigten mehrere frühere Rebellenkommandeure an, den Kampf gegen die Regierung wieder aufzunehmen. In von der Guerilla aufgegebene Gebiete sind zudem Verbrecherbanden vorgestoßen.

Der seit August 2018 regierende, rechtsgerichtete Präsident Duque hatte zur Jagd auf die abtrünnigen Rebellen geblasen. Am Mittwoch reiste er zusammen mit Kommandanten des Militärs sowie dem Polizeichef des südamerikanischen Landes nach Cauca, um die Sicherheitslage einzuschätzen. Duque erklärte dort, innerhalb von 40 Tagen werde eine 2500 Mann starke schnelle Einsatztruppe in der Gegend die Arbeit aufnehmen. Sie solle das Gebiet besser kontrollieren, Routen von Drogenhändlern schließen und kriminelle Organisationen zerschlagen. (APA/dpa)

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