Letztes Update am Sa, 02.11.2019 19:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Mindestens zwölf Tote bei Bombenexplosionen in Afghanistan

Der Konflikt in Afghanistan trifft zunehmend Unbeteiligte. Auch am Samstag wurden Zivilisten Opfer von Sprengsätzen.

Sicherheitskräfte in Afghanistan. (Archivfoto)

© AFPSicherheitskräfte in Afghanistan. (Archivfoto)



Kabul – Bei der Explosion versteckter Bomben am Straßenrand sind am Samstag in Afghanistan mindestens zwölf Menschen getötet und 19 verletzt worden. In der Provinz Takhar im Norden des Landes starben fünf Kinder auf dem Schulweg, wie Mitglieder des Provinzrates mitteilten. Vier weitere Kinder seien verletzt worden. Sie seien zu Fuß unterwegs gewesen, als der Sprengsatz im Distrikt Darkad detoniert sei.

In der Gegend sind die islamistischen Taliban stark präsent. Selbstgebaute Bomben werden häufig von Taliban-Kämpfern gelegt, um afghanische Sicherheitskräfte anzugreifen oder Truppenbewegungen zu behindern.

In der östlichen Provinz Paktika wurden sieben Menschen bei einer Bombenexplosion getötet. Vier der Opfer gehörten derselben Familie an, wie der Provinzrat mitteilte. In der nördlichen Provinz Baghlan wurden zudem 15 Zivilisten bei der Explosion eines Sprengsatzes nahe einer Polizeiwache verletzt, teilten die Sicherheitskräfte mit. Erst vor rund zwei Wochen waren bei einem mutmaßlichen Anschlag auf eine Moschee in der ostafghanischen Provinz Nangarhar mindestens 62 Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden. In der Provinz sind die Taliban sowie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv.

Immer mehr Unbeteiligte kommen ums Leben

Laut der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) kommen in dem Konflikt immer mehr Unbeteiligte ums Leben. Die Zahl der verletzten und getöteten Zivilisten stieg im dritten Quartal um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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Mit fast 1200 Getöteten und mehr als 3100 Verletzten wurde danach die höchste Zahl ziviler Opfer innerhalb eines Quartals seit Beginn der systematischen Aufzeichnung durch die Vereinten Nationen im Jahr 2009 dokumentiert. Der starke Anstieg zwischen 1. Juli und 30. September sei vor allem auf mehr Opfer durch Gewaltakte der Taliban zurückzuführen, hieß es kürzlich in einem UNAMA-Bericht. (APA/dpa)




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