Letztes Update am Mi, 13.11.2019 23:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bolivien

Morales will „so bald wie möglich“ nach Bolivien zurückkehren

„Wenn mein Volk darum bittet, sind wir bereit, zurückzukehren, um für Frieden zu sorgen“, sagte Morales bei einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt.

Morales rief zu einem nationalen Dialog für ein Ende der Gewalt in Bolivien auf.

© AFPMorales rief zu einem nationalen Dialog für ein Ende der Gewalt in Bolivien auf.



La Paz – Nach seiner Flucht ins mexikanische Exil will Boliviens Ex-Präsident Evo Morales „so bald wie möglich“ zurück. „Wenn mein Volk darum bittet, sind wir bereit, zurückzukehren, um für Frieden zu sorgen“, sagte Morales bei einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt am Mittwoch, einen Tag nach seiner Ankunft.

Morales rief auch zu einem nationalen Dialog für ein Ende der Gewalt in Bolivien auf. Der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) warf er vor, die Interessen des US-“Imperiums“ zu vertreten.

Die OAS hatte am vergangenen Wochenende in einem vorläufigen Bericht zur bolivianischen Präsidentenwahl vom 20. Oktober Manipulationen festgestellt und eine Annullierung empfohlen. Morales, der für eine vierte Amtszeit kandidierte, hatte sich zum Sieger in der ersten Runde erklärt. Seine Gegner warfen ihm Wahlbetrug vor. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern.

Nach der Veröffentlichung des OAS-Berichts hatte Morales am Sonntag zunächst noch eine Neuwahl angekündigt, trat dann aber nur Stunden später auf Druck des Militärs zurück. Der 60-Jährige spricht von einem Putsch. Am Dienstag kam er in Mexiko an, wo ihm Asyl gewährt wird.

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Morales, der erst indigene Staatschef des Andenlandes, kommt nach Angaben des mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador in einer Immobilie des mexikanischen Staates unter. Dort sei für seine Sicherheit gesorgt, sagte López Obrador bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Der Ort werde geheim gehalten.

Mit López Obrador hat Mexiko seit einem knappen Jahr einen linkspopulistischen Staatschef. Es gehörte aber nicht zu den engsten Verbündeten der Morales-Regierung in Bolivien - anders als die sozialistisch regierten Länder Venezuela, Kuba und Nicaragua. Mexiko bot Morales aber nach eigenen Angaben auch deshalb Asyl an, weil es sich als Land versteht, das politisch Verfolgten traditionell Schutz bietet. Das nordamerikanische Land war in der Vergangenheit immer wieder ein Zufluchtsort für Linke. So kamen etwa Spanier während des dortigen Bürgerkriegs, unter ihnen der Filmregisseur Luis Buñuel, und Südamerikaner während der Militärdiktaturen der 1970er Jahre. (APA/dpa)




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