Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.06.2015


Reutte

Fernpass: Loslösung vom alten Tunnelblick

In Imst standen 27 Projekte zur Diskussion, um die Fernpassroute zu entlasten. Zwei werden heuer im Sommer getestet.

Die Autofahrer mussten auf der Fernpassstraße mit Verzögerungen rechnen. (Archivfoto)

© BöhmDie Autofahrer mussten auf der Fernpassstraße mit Verzögerungen rechnen. (Archivfoto)



Von Matthias Reichle

Imst – Millionenprojekte wie der Tschirganttunnel, der Fernpassscheiteltunnel oder der Gartenwandtunnel, Visionen wie eine Bahntrasse vom Außerfern ins Inntal oder eine S-Bahn-Verbindung von Vils nach Innsbruck – die ganz „großen“ Lösungen für die Fernpassmisere hat man zwar nicht vergessen, diskutieren wollte man sie gestern aber nicht.

Sie bleiben bei der Diskussion zur Entwicklung einer Fernpassstrategie vorerst tabu. Kurz- und mittelfristig umsetzbare Projekte hingegen sind im Diskussionsprozess, der vom Land bis Jänner 2016 durchgeführt wird, um die geplagte Transitroute zu entlasten, höchst willkommen. Bei der zweiten Strategiesitzung mit LHStv. Ingrid Felipe und Josef Geisler in Imst wurden 27 Maßnahmen diskutiert.

Zwei von ihnen sollen bereits in diesem Sommer getestet werden. Die erste betrifft den Lermoosertunnel, bei dem es regelmäßig zu Blockabfertigungen kommt, wodurch die Stausituation noch verschärft werde, wie Christian Molzer von der Verkehrsabteilung des Landes erklärte. An einem Wochenende soll nun versucht werden, die Anhaltungen durch verminderte Geschwindigkeiten im Tunnel länger hinauszuzögern. Auch das zweite Pilotprojekt ist vorerst auf ein verkehrsintensives Wochenende beschränkt.

Mit einer Ampel im Bereich Reutte-Nord soll der Verkehr nur mehr „tröpfchenweise“ – neun Sekunden Rot, drei Sekunden Grün – auf die Fernpassroute eingeleitet werden. Durch das Dosiersystem wird die Strecke zwischen Reutte-Süd und dem Lermoosertunnel flüssiger.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Dafür wird es aber im Grenztunnel zu längeren Blockabfertigungen kommen und die Staus werden nach Deutschland hinaus verschoben. Die Reisezeit von Oy-Mittelberg zum Blindsee würde sich an einem intensiven Wochenende um eine Stunde verlängern, von Vils aus um 23 Minuten. „Ich könnte mir vorstellen, dass sich da die Schützen scharf bewaffnen“, kommentierte der Vilser Bürgermeister Günter Keller, der vermutet, dass gerade seine Gemeinde durch die Staus im Allgäu zusätzlich belastet wird.